Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 31)
- Language
- German
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27 toritat, zumal wenn sie, wie nicht selten, mit schnellen Ueber-- gangen in schonende Nachgiebigkeit verbunden ist. Ruhige Festig? keit, die sich von keinem Widerstand erschüttern läßt und auch in der Erregung einer gerechten sittlichen Entrüstung des zornigen Wortes und der strafenden That immer Meister bleibt, steigert mit ihrer momentanen Wirkung auf den Einzelnen die Macht des persönlichen Einflusses auf Alle, und die gleichmessende Gerechtigkeit, die von Sympathien und Antipathien nicht irregeführt und auch von momentaner Erregung und Gereiztheit nicht erschüttert wird, verleiht seinem Worte Macht und erhöht die Wirkung seiner Strafe, während sie ihre Härte mildert. 4) Der Lehrer, der sich sein Ansehen bei seinen Schülern erhalten will, hüte sich, um ihre Gunst oder gar um ihren Beifall zu werben. Es gibt nichts Höheres, was der Lehrer durch seine Wirksamkeit erreichen kann, nichts, was ihm die dauernde Freudigkeit in den Mühen seines Berufs sicherer erhält, als die Liebe und Verehrung seiner Schüler. Wem es gleichgiltig sein könnte, ob seine Schüler ihn lieben oder hassen, wenn es ihm nur gelingt, sie zu Zucht und Gehorsam zu bringen, dem fehlt das Herz des Lehrers und mit demselben die innere Lebenskraft für die Fruchtbarkeit seines Berufs im Herzen des Kindes. Aber wie die Autorität nicht erzwungen werden kann, so darf um die Liebe der Schüler nicht geworben werden. Sie muß das freie Produkt der Berufsthätigkeit des Lehrers, seines geistigen und sittlichen Verkehrs mit seinen Zöglingen, der natürliche Lohn seiner Hingabe für jenen und seiner Liebe zu diesen sein. Es sind das fürwahr nicht die unedleren Naturen, die, von dem Verlangen nach der Liebe und dem Vertrauen ihrer Zöglinge getrieben, um die Gunst derselben zu werben scheinen. Aber es ist ein in der kindlichen Natur tief begründetes Geheimniß, daß es sich nur demjenigen mit Achtung und Liebe anschließt, der es zu beherrschen weiß. Es fühlt und es mißbraucht seine Macht gegen diejenigen, die in Besorgniß, seine Liebe zu verlieren, zu schwach erscheinen, zu versagen, zu tadeln und zu strafen, was versagt, getadelt und gestraft werden müßte. Die Liehe, die es als