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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 28

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
Seite 28 (sequence 32)
Language
German
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IRI
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- 26 Gegenlohn gewährt, ist nicht von der sichern Grundlage der Achtung getragen. Und der Lehrer, der in diesem Sinne um die Gunst und Liebe seiner Zöglinge wirbt, wie lauter auch seine Motive, wie edel seine Mittel seien, wird den erstrebten Zweck nicht erreichen. Er wird sich vielleicht eine Zeit lang in der Täuschung wiegen, daß es ihm gelungen sei, die besondre Zuneigung und das Vertrauen seiner Schüler zu gewinnen. Aber wenn er in dieser Täuschung nicht allzusehr besangen ist, wird er sich bald überzeugen müssen, daß er für den Schein dieses Wohlwollens den besten Theil seines berechtigten Ansehens verloren und sich vielmehr von der vermeintlichen Gunst seiner Schüler mehr und mehr abhängig gemacht hat. Wir geben uns wohl alle gern der wohlthuenden Ueberzeugung hin, daß uns die Liebe und die Achtung unsrer Zöglinge nicht fehle. Aber wenn wir uns nicht selber tauschen wollen, so dürfen wir diese Ueberzeugung nicht aus den Bezeigungen äußeren Wohlwollens und Vertrauens schöpfen, mit denen zuweilen nur unsrer Schwäche geschmeichelt werden soll, sondern nur aus der unverkennbaren Thatsache, daß auch unser mildes Wort ausreicht, ja, daß es desielben nicht mehr bedarf, um den Eifer unser Zöglinge für die Erfüllung ihrer Pflichten und für strenge Beobachtung von Zucht und Ordnung zu wecken; daß die Achtung vor unsrer Person und vor unserm Unterricht sie ohne Mahnung und Strafe zu lebendiger Theilnahme und rücksichtsvoller Haltung veranlaßt; daß unser zutrauenvolles Entgegenkommen der bescheidenen Zurückhaltung keinen Eintrag thut, welche die Achtung vor dem Lehrer jedem gesitteten Schüler gebietet. — Die Autorität des Lehrers, d. h. die sittliche Macht, die er auf das Gemüth seines Schülers ausübt, ist die Grundlage aller erziehlichen Wirksamkeit im Unterricht und in der Schule. Wir müssen uns aber nun noch fragen, worauf diese Wirksamkeit gerichtet sein, wie sie dem Einzelnen und wie der Gesammtheit der Zöglinge zugewendet werden soll? Die Erziehung ist nicht eine für sich selbst bestehende Aufgabe. Man kann sie nicht vom Leben und allen seinen Manifestationen trennen. Es wäre die größte Verirrung, wenn man

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