Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 22)
- Language
- German
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18 Gleichartigkeit der Entwickelungsstufe, aber doch unmöglich Gleichheit des Wissens und der Begabung, Gleichheit der Kraft und des Willens zur ausnehmenden Selbstthätigkeit vorausgesetzt werden kann. Die Aufgabe, die so zu einer Klasse vereinigten Schüler einerseits als Gesammtheit, andrerseits als Individuen zu unterrichten, ist die schwerste von allen; denn sie fordert für ihre Lösung die Vereinigung all der Fähigkeiten, die wir aus diesem Gebiet als Anforderungen an den Lehrerberuf bereits kennen gelernt haben, und sie trägt einen absoluten Widerspruch in sich, der doch ausgeglichen sein will. Der Lehrer muß für seinen Verkehr mit der Klasse sich einerseits in eine gewisse Gesammtstimmung — auf eine Stufe der geistigen Denksphäre versetzen, die in Wahrheit wenigen oder keinem seiner Zöglinge ganz entspricht, und er nmß doch wiederum jedem derselben das ihm Entsprechende geben, die ihm entsprechende Seelenstimmung entgegentragen. Er muß in Ton und Haltrmg seines Unterrichts der Klasse gegenüber eine gewisse Einheit und Stetigkeit bewahren, und in seinem Verkehr mit den Einzelnen diesen Ton ununterbrochen wechseln und wenigstens eine mannigfaltige Schattirungsreihe desselben durchlaufen. Er muß im Stande sein, jederzeit Alle in gleicher Weise und Jeden in seiner Weise zu beschäftigen, anzuregen, fortzubilden, zu belehren. Es kann der Weg, der nur die eine oder die andre dieser Aufgaben verfolgt, nicht zum rechten Ziele führen. Der eine Lehrer hilft sich, indem er ein gewisses Mittelmaaß für Alle annimmt, nach demselben den Ton und die Stufe seines Unterrichts bestimmt und sich mit diesem in der Regel an Alle wendet. Es wird aber die nothwendige Folge hiervon sein, daß die minder begabten und minder selbstthätigen Schüler dem Unterricht nicht folgen, in ihrer geistigen Entwickelung Zurückbleiben, in ihrer Spannkraft ermatten, sich ein unsichres, unklares und lückenhaftes Wissen aneignen, und daß ebenso die Begabteren für ihren gewecktern und empfänglichern Geist nicht die ausreichende Nahrung finden und dadurch leicht auch ihrerseits in schlaffe Abspannung oder in eine Zerstreuung gerathen, die ihre nicht genügend in Anspruch genommene Selbstthätigkeit auf fremdes