Mannheim
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  1. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 390

    390 solideres Klima, seine besondere Temperatur, ja jedem Punkte seinen besondern Horizont gibt. Geben wir uns, meine Herren, übsr diese einzelnen Bemerkungen und Fragen treue, redliche Rechenschaft. t. Wir finden in der Menschenwelt öfters…

  2. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 391

    Z9I diesem Gedanken ftudirt, unserer Geschichte entsprießt, ist heute der mir gestattete Zeitraum zu kurz. 2. Moses stellte seinem Volke ein Ideal vor, das es zu erringen habe. Hätte es Kraft genug besessen und Fähigkeit, es auszuführen — w…

  3. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 392

    392 geboren werden, in religiöser Beziehung ganz uns und unserin Glauben, diese Erkenntniß, glaube ich, muß den wichtigsten Einfluß aus unsre Moralität haben. In jeder außerreligiösen Beziehung müssen wir uns assimiliren, dann emancipiren w…

  4. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 393

    893 In bürgerlicher Hinsicht sollen wir uns den Nationen, denen wir durch Ort und Bürgerthum angehöreu, ganz hingeben, alle Pflichten gegen Vaterland, Staat und Obrigkeit auf's strengste erfüllen, um zu erweisen, daß wir nur eine religiöse …

  5. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 394

    894 und diese Geschichte? — Wenn wir das Steigen und Sinken des israelitischen Volkes, wenn wir den Heldenmuth der Makkabäer und den unüberwindlichen eisernen Willen derer, die Jerusalem gegen die Römer vertheidigten, die da den Tod vor Aug…

  6. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 395

    395 ab; und wie jenes hinweist aus ein Höheres, dem der Mensch mit jedem Schritte zum Grabe mehr zureift, so zeigt unsere Geschichte auf eine höhere Bestimmung hin, die wir erfüllen sollen, auf eine waltende Vorsehung, die über den Grüften …

  7. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 396

    '-'k-im, .. H»«;.' röE ms»--rmckA-n^E.M.: -Rk'W» sWrWM.-WM?/-rs'iÄ7'^ kskMiE Mrsiuo .«H^/vßWtz - i - . rvkfl <« :r., »v, LKMM-«. r-4: -«HSM Die Erfahrung Israels. Eine zweite Vorlesung. Die Geschichte, verehrte Zuhörer, hat das Schicksal, w…

  8. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 397

    397 wieder in Erinnerung zu bringen, so wenig er auch absehen kann, inwiefern dieselben im Einzelnen befolgt werden. Welches Volk aber hätte mebr Erfahrungen gemacht, als das israelitische? Die Geschichte welcher Nation bietet so viele Schi…

  9. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 398

    398 der Grieche konnte sich über den Menschen erheben, vielweniger der schwerfällige Römer, der eigennützige Egypter, und der nebulirende Indier. Israel vergaß den Menschen ganz, setzte das irdische Leben hinten an, vernachlässigte die Erde…

  10. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 399

    399 ihm die Aengfte der Außenwelt vergessen machen konnte. Wie oft mag sich hier das Beispiel jenes Archimedes wiederholt haben, der ruhig seine mathematischen Figuren zeichnete, während die römischen Soldaten seine Vaterstadt eroberten, di…

  11. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 400

    L00 widersteht. Gilt es, einer äußern Macht zu gehorchen, Folge zu leisten, ohne das Reich des Innern aufzugeben, fich zu beugen in Geduld sonder Murren, ohne seine Ueberzeugung, ohne das innere Walten der Wahrheit aufzngeben, welche Geschi…

  12. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 401

    …en, die in unsrer Kindheit als liebende, wärmende Eltern herumwandelten; ein Moses und David die Lehrer des Knaben; ein Judas Makkabäus und seine Religionsgluth die schöne Flamme des Jünglings, des jugendlichen Gemüthes; und die Stürme Israels die Stürme …

  13. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 402

    anders, als selbstsüchtige, stolze Volksherrscher und Volksknechte, und ohnmächtige Feiglinge, die in dem Sturme der Römer für ihre Freiheit nicht zu sterben vermochten? Keine aber der Nationen, die um ihre Freiheitsliebe gerühmt werden, ka…

  14. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 403

    403 kurzen Periode, sondern der Beschaffenheit und Färbung von Jahrtausenden entstammen, würden sie, sage ich, diese beiden Erfahrungen festhalten und als Leitfäden in den zu beschreitenden Bahnen annehmen: wohl dann der Menschheit, die grö…

  15. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 404

    s»I. Die jüdisch - griechische Literatur. Ein Ueb erblick. Mit einem ganz andern Sinne kehrten unsere Voreltern aus Babylon zurück, als mit welchem sie dahingezogen. War immerwahrender Abfall vorhergegangen ihrem politischen Sturze, so kame…

  16. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 405

    405 Alexander führte eine Kolonie Juden nach Aegypten, verpflanzte sie in die von ihm eben begründete Stadt Alexandria, und gab ihnen gleiche Rechte mit seinen Macedoniern und Griechen*). Seine Nachfolger in Aegypten, die Ptolemäer, begün…

  17. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 406

    406 Jerusalems (70 nach d. gew. Zeitr.) sich verlor, wo denn alle Spur derselben aus dem jüdischen Volke, das nunmehr nur dem Drucke und der Verfolgung bestimmt war, verschwand, so daß wir sie nur ihren Bruchstücken nach kennen. Als die ers…

  18. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 407

    L07 faßte, wie es höchst wahrscheinlich ist*), ein Jude wiederum eine griechische Schrift ab, in welcher er den Ursprung dieser Septuaginta und die bei derselben vorgefallenen Begebenheiten erzählte**); dabei aber so viele fabelhafte Umstän…

  19. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 408

    408 Zeit versuchte sich ein andrer Jude, Philo (der Aeltere), im griechischen Epos. In epischem Versmaße nämlich arbeitete er eine große Beschreibung von Jerusalem aus, in welche er die Geschichte der Erzväter verflocht. Auch hievon sind un…

  20. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 409

    …lgenden Jahrhundert von Juden geschrieben wurden, bis wir um den Anfang der gewöhnlichen Zeitrechnung ans den berühmten Alexandriner Philo stoßen, von dem noch eine große Menge Schriften auf uns gekommen sind. Um 20 vor d.' g. Z. geboren, aus priesterl…