Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 394 (sequence 416)
- Language
- German
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894 und diese Geschichte? — Wenn wir das Steigen und Sinken des israelitischen Volkes, wenn wir den Heldenmuth der Makkabäer und den unüberwindlichen eisernen Willen derer, die Jerusalem gegen die Römer vertheidigten, die da den Tod vor Augen habend nur den Tod wollten — die 5000, die in Japha, die 40,000, die in Jotapat, die 4200, die in Joppe, die 6500, die in Tarichäa, die 9000, die in Gamala (wovon 5000 sich lieber selbst den Tod gaben, als dem Römer sich ergaben), die 6000, die in Giscala, die 1,100,000, die in Jerusalem im Kampfe um Freiheit und Religion fielen — wenn wir 800,000 aus Spanien wandern sehen, Habe und Herd verlassend um der Religion willen, mit keiner Aussicht als Schmach und Verderben aller Orten, wenn wir die ganze Kette wunderbarer Schicksale kennen lernen, und die rettende Hand des Herrn hier eine Zuflucht eröffnen sehen, wenn dort Vertreibung und Verfolgung erfolgt war — wie? wird dies nicht in den Herzen der Männer und Frauen, der Greise und Kinder, der Jünglinge und Jungfrauen eine höhere Flamme anfachen, eine Flamme der Gottesergebung und Duldung, eine Flamme der Liebe zu Religion und Geschlecht? Und wenn wir nach diesem dennoch überall die Sonne der bürgerlichen Freiheit und Ehre über uns aufgehen sehen, wird nicht da die Achtung neuerer Zeit und neueren Strebens, die Liebe zur Bildung und Verehrung in uns erstehen und uns durchglühen? -Solches ist gewiß, und auf dies muß Israel aufmerksam sein und aufmerksam gemacht werden, ohne Unterlaß. Darum müssen wir unsere Geschichte kennen lernen und studiren — jedennoch nicht mit der frostigen Kälte, die sich in einigen neueren Werken Raum gemacht. Darum muß in die Herzen der Jugend unsere Geschichte gesenkt werden — aber nicht bloß mit Namen- und Wortkrämerei, sondern mit Geist und Empfindung. Das ganze menschliche Leben ist abconterfeit in unserer Geschichte; die Höhen und Tiefen des irdischen Daseins spiegeln sich innerhalb unserer Geschichte