Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 392 (sequence 414)
- Language
- German
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392 geboren werden, in religiöser Beziehung ganz uns und unserin Glauben, diese Erkenntniß, glaube ich, muß den wichtigsten Einfluß aus unsre Moralität haben. In jeder außerreligiösen Beziehung müssen wir uns assimiliren, dann emancipiren wir uns selbst, und werden — der Riesenschritt der Zeit ist uns dafür Bürge — emancipirt werden. — 3. So weit das Auge des Sterblichen, geschärft durch die Gläser der Geschichte, in die Zukunft und in die Gedanken der Vorsehung dringen kann, haben wir die Bestimmung unseres Stammes zu erkennen gesucht. Aus dieser fließt dann die Tröstung heraus, daß es des Herrn weise Abficht war, die uns unser Land und unfern Tempel nahm: wir sollten Zeugniß geben in aller Welt von seiner Offenbarung, und als sichtlicher Beweis unseres von Vater auf Sohn unmittelbar überkommenen Erbes herumwandeln. Wo gibt es noch einen stärkern Beweis historischer Wahrheit und Gewißheit? Was sind die Zeugnisse von Schriftstellern, Denkmälern, Inschriften, Pergamenten gegen die ununterbrochene Ueberlieferung eines Veränderlichkeiten nicht unterworfenen Geschlechts? Und woraus wird dies uns Hinweisen, als daß wir immer mehr uns von diesem Zeugnisse selbst durchdringen lassen sollen? Hätte dies bei uns erst keine Kraft mehr, bei wem wäre es dann von Gültigkeit? Sollen es blos die Worte sein, die wir aufzuweisen haben, oder Handlungen, Thaten, diesen Worten angemessen? Daß wir also, geehrteste Zuhörer, zum Schlüsse kommen, so ergib t sich für uns ausunserer Geschichte eine doppelte moralische Richtung, die wir zu nehmen haben. In religiöser Beziehung müssen wir durchweg dahin streben, Alles, was zur würdigen Aufrechthaltung unseres Glaubens dient, zu fördern, und sowohl innerlich als äußerlich ein vom Geiste der göttlichen Lehre durchdrungenes moralisches Streben beurkunden: denn nur also genügen wir unserer Bestimmung unter den Völkern der gesammten Menschheit.