Mannheim
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  1. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 370

    370 genug, daß eine Einleitung einen Punkt unserer Geschichte berührt, der im eigentlichen Körper der Predigt völlig vergessen ist, sondern die allgemeinen Lehren müssen immer wieder in dem geschichtlichen Ereigniß nachgewiesen werden. Alle…

  2. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 371

    Bemerkungen über das Erhabene, aus Longin.*) Die Kanzelberedsamkeit gehört der höhern Schreibart an; es ist weniger die Belehrung, als die Ueberredung, die sie bezweckt; es ist dabei das Höchste und Heiligste ihr Gegenstand: daher schlägt s…

  3. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 372

    372 .jr! leider! sehr viele Lücken bat, so soll auch der folgende Auszug keinen Anspruch ans systematische Genauigkeit machen. Die Erhabenheit ist die höchste Tugend der Rede, weshalb vermittelst ihrer besonders Dichter und Redner den höchs…

  4. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 373

    373 nüchternen und unkräftigen Redeweise vermeiden, ich weiß nicht auf welche Weise, zum Schwulste. Aber das Schwellen der Rede ist, wie das des Körpers, sobald es leer und bloßer Schein ist, ein Fehler, und bewirkt das entgegengesetzte Ueb…

  5. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 374

    37L einen geist- und gemüthvollen Menschen bei wiederholter Lesung nicht mit dem Gefühle der Größe anzieht, und ihm nicht einen reichen Stoff zum Nachdenken hinterläßt, sondern im Gegentheil bei längerem Anschauen immer mehr verliert, nicht…

  6. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 375

    …nicht nach zu ah men.) So oft wir etwas Großes und Erhabenes arbeiten, nützt es, sich im Geiste vorzustellen: wie würde Homer, oder Plato, oder Demosthenes, in der historischen Klasse Thucydides dies ausgedrückt haben? oder noch besser: wie würd…

  7. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 376

    376 aber die Leidenschaft, welche in der Bewegung und dem . Sturme des Geistes besteht, bringt in Aufruhr. Dies ahmt der Redner nach, und drängt den Geist der Zuhörer bald dahin, bald dorthin, so daß die Ordnung eine gewisse Verwirrung, die…

  8. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 377

    377 weil sie bewirkt, daß in der Rede wie in den schönsten Gemälden die Größe, die Schönheit, die edle Einfachheit, die Wirksamkeit, die Kraft, die Gewichtigkeit hervorblühen, und daß die Dinge wie von der Stimme belebt werden. Völlig unnüt…

  9. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 378

    378 des Geistes aber kann, wie bei einem großen Vermögen, etwas vernachlässigt werden — daraus folgt aber auf keinen Fall, daß niedrige und mittelmäßige Geister, weil sie sich nirgends der Gefahr anvertrauen, und das Hohe nicht erstreben, m…

  10. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 379

    379 und trefflichen Stelle ab? und wenn man alle Fehler eines Homer, Demosthenes, Plato und der anderen höchsten Männer auf einen Haufen sammelt, wie geringfügig würde er erscheinen gegen…

  11. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 380

    880 der Größe, da sie, eines vom andern getrennt, keine Klarbeit baben, in der Verbindung aber vollständig abschließen. Denn selbst Großes, wenn es in einzelne Theile zerstreut ist, verliert seine Größe, wird aber durch die Vereinigung in e…

  12. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 381

    W>> 381 silberne Schüsseln Säcke hineinstellte, cs einen unzierlichen Anblick gäbe, so sind gemeine Wörter ungeziemend großartiger Rede. Wenn daher nicht die Nothwendigkeit drängt, so muß man an einer erhabenen Stelle nicht zu schmuzigen un…

  13. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 382

    s>, Uebrr den moralischen Werth der israelitischen Geschichte sür Israel. Eine erste Vorlesung. Verehrteste Zuhörer! Unsere Geschichte unterscheidet sich von der anderer Völker zwiefach. Denn einerseits reichet sie weiter hinauf, weil unser…

  14. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 383

    383 311 und 301—203) — liegt unsre Geschichte offen und klar vor unseren Augen, und nur der Verificirung einzelner Daten und der Anordnung der Materialien bedarf es in der Geschichtschreibung der Israeliten bis heute. Diese besondere Bestim…

  15. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 384

    sie das Bermeldete ganz ebne Kenntniß des Zustandes aller Völker, bevor die Offenbarung zu ihnen gekommen, und aller der Völker, zu denen bis beute die Offenbarung nicht kam. Einzelnen Griechen *) zwar und Römern dämmerte die wahre Erkenntn…

  16. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 385

    385 Zeiträume erspart, zum Ziele einer höhern Gotteskenntniß zu kommen. (Ich sage mit Besonnenheit: Gotteskenntniß, denn die Gottes erkenntniß kommt nur zu Wenigen.) Diese Offenbarung nun mußte zuvörderst einen Empfänger haben, dann einen B…

  17. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 386

    386 wie Abraham und Moses gehört, die zum Empfange der Offenbarung würdig waren: im Gegentheil erweist es sich aus unsrer Geschichte, wie oft wir sie falsch, verworren und unrecht denkend und handelnd aufgefaßt — und nur das Eine gereicht d…

  18. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 387

    387 Erforschung der göttlichen Lehre in Verbindung mit Streben und Arbeiten in der wirklichen Welt schön sei und an die Sünde vergessen mache*): und dies ist es, was Israel am meisten zu empfehlen ist, damit die Kluft, die gemeinbin Wissen …

  19. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 388

    388 noch beute oft so sprechen, wenn wir zum Guten bekehren wollen — im Ganzen der Geschichte müssen wir ein Andres finden, denn das Volk kam kaum zu Athem, und widmete fich wirklich seit der Babylonischen Gefangenschaft mit Felsentreue sei…

  20. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 389

    389 Ring der Atmosphäre alle Erdenwesen umschließt, so hielt zu einem, wenn nicht Ganzen, doch Einzigen, alle Männer und Frauen jüdischer Abkunft die Religion zusammen, und gleiche Sitte. Der Abfall war gering. Andere Nationen, sobald sie u…