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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 390

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 390 (sequence 412)
Language
German
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IRI
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390 solideres Klima, seine besondere Temperatur, ja jedem Punkte seinen besondern Horizont gibt. Geben wir uns, meine Herren, übsr diese einzelnen Bemerkungen und Fragen treue, redliche Rechenschaft. t. Wir finden in der Menschenwelt öfters, daß, je reicher ein Individuum innerlich ausgeftattet ist, desto schwerer ist das Verhängniß, das über sein Haupt hinweggeht. Die genialsten Menschen müssen die härtesten Kämpfe bestehen, in den romantischesten Gegenden wüthet Kampf und Raub am häufigsten *) — gleich als ob die Gerechtigkeit des Schöpfers von der andern Seite entgelten ließe, was sie auf der einen vorzüglicher, als andere Menschen, begabt hat; oder als ob die Vorsehung dem gerade das schwerste zu tragen gebe, welcher dazu die meisten Kräfte hat. So Individuen, so Völkern. Je herrlicher die geistige Gabe des Herrn für Israel war, je mehr er dies Geschlecht dadurch über alle andere erhob, desto tiefer mußte es äußerlich dastehen. Darum wählte er die Sclaven Aegyptens aus, nicht die weisen Aegypter selbst, nicht die gebildeten Griechen, nichtdie mächtigen Römer, nicht die reichen Perser und Indier. Zweierlei beurkundete er dadurch, erstens daß bei ihm eine andere Rangordnung vorherrsche als in der materiellen Welt der Erde, zweitens daß sein Reich, seine Herrschaft keine irdische sei. Diese Ansicht der Dinge macht uns die ganze Geschichte des unglücklichen Israels klar wie Sonnenlicht. Da galt es nicht zu erobern, sondern zu dienen im Namen des Himmels**), nicht zu befehlen, sondern zu dulden im Namen des Himmels, nicht zu thronen über Nationen und Königen, sondern zu wandern im Staube und verachtet über die ganze Erde im Namen des Himmels. Die moralische Nutzanwendung überlasse ich Ihnen selbst, verehrteste Zuhörer. Auszuführen die große moralische Wirkung, welche, mit *) Z. Bdie Insel ChioS.

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