Mannheim
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192619321938
  1. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 130

    130 Heinz Politjer dem Blau. Jizchak ließ den Gäulen die Augen verbinden, hieß den Kutscher warten und teilte das Dickicht, bis er an den Fuß des glänzenden Wunders gelangte. Zwei Zwerge, ellenhoch, mit gekrümmten Rücken und verwachsenem Ge…

  2. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 131

    Die P r a g e r S i p p u r i m 131 Zwielichtzeit der Junge herbei und wieder nahm er, diesmal schon frecher, das Gold. Den dritten Abend ging es nicht anders. Da ließ der Rabbi den Gerichtsdiener vor sich kommen und befahl ihm, die verlore…

  3. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 132

    132 Heinz Poliljer Am nächsten Sabbatausgang trat der Primas bei den Armen ein, die elend in der Goldenen Gasse wohnten. Er schickte den Knaben aus der Stube. »Rabbi Schalum, ich habe ein Geschäft für Euch, ein Geschäft, das selbst am Sabba…

  4. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 133

    Die Prager Sippurim 133 half fortan seiner Mutter im Laden und brachte den Handel bald hoch. Sulamith aber folgte ihm und stand ihm zur Seite, wie Salomo die Frauen gepriesen hat. »Ihre Hand greift in den Rocken und reicht sie auch freundli…

  5. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 134

    …n Sit} zu bezahlen im Tempel, den er selber erbaut hatte. Ch. N. liiulik: ZWEI KINDERGEDICHTE Aus dorn Hebritischen von Berthold Feiwel überm Meer Überm Meer, überm Meer, — Wer kennt den Weg dahin, Ihr Vögclein, wer? Üherm Meer, üherm Meer, Im Reich üherm…

  6. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 135

    Zwei K i 11 d e r g e d i <■ Ii l e 135 Ein Volk, hoch und hehr, GrolJ in Ehr und in Wehr, Und ihr König gewaltig — Ist keiner wie er. In den Gärten des Königs Üherm Meer, überm Meer, Fliegen prächtige Vögel Aus Eden umher. Überm Meer, Über…

  7. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 136

    136 Ch. N. Bialik: Lied eines Mädchens Nicht in Nächten, nicht in Tagen Will ich den Spaziergang wagen. Nicht am Gipfel, nicht am Saum, Steht dort der Akazienbaum, Der die fernen Rätsel rät Und die Zukunft mir erspäht. Die Akazie will ich f…

  8. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 137

    137 WITZ, HUMOR UND ANEKDOTE O s t j ü d i s c h e r Humor Einige Proben ostjüdischen Humors, nacherzählt, so gut es geht, der kleinen Sammlung »Rojte Pomeranzen« von Dr. Immanuel Olsvanger von Dr. Siegfried Schmiß. EIN KOMPLIMENT. Eine Keh…

  9. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 138

    …t. Was er auch unternahm, er brachte es zu nichts. Kam er aber einmal doch zu ein paar Gulden, so gab er sie sofort für allerhand wohltätige Werke aus. Und er wunderte sich stets, warum es ihm schlecht ging! Noch mehr aber verdroß es ihn, daß sein N…

  10. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 139

    … enthalten, seinem Unmut Ausdruck zu verleihen, und rief einem vorübergehenden Juden zu: »Eine sonderbare Stadt, dieses Wilna — wenn man hier einen Hunderter wechseln will, hat niemand soviel Kleingeld!« »Nicht halb so schlimm wie Kowno«, — entg…

  11. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 140

    140 Arkadij Awertschenko: Eine jüdische Anekdote (Übersetft von Hedda Litwin.) Bei Surah Freiberg aus dem Städtchen Wirkino, waren sieben Kinder und kein einziger Mann. Es war einst ein Mann gewesen; er mußte aber für irgendetwas eine Gefän…

  12. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 141

    Eine jüdische Anekdote 141 bis zum Abend warten. Und mit dem Bissen Brot im Munde griff Frau Freiberg schnell nach Schawl und Strickarbeit und lief Hals über Kopf aus dem Zimmer; in der Türe stolperte sie über irgendeinen Semka und fragte i…

  13. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 142

    142 Arkadij Awertschenko »Uj«, quietschte er nur. »Was versteht er denn«, sagte die alte Gitelson. »Was versteht er schon, dieses kleine, dumme Ding? Man muß ihn zu einem Augenspezialisten führen! Zu demjenigen, der die Augen kuriert«, best…

  14. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 143

    Eine jüdische Anekdote 143 wickelte ihn in ein großes Tuch, flog zum Tisch, ergriff das kleine Bündel mit Lebensmitteln, flog hinüber zu Raitschka, versetjte ihr einen Hieb, rief zu David: »Schlage nicht die Kinder — du bist doch der ältere…

  15. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 144

    144 M. Y. Ben-gavriel (Jerusalem): Näheres über meine Ermordung. Meine Ermordung brachte mir eine ganze Reihe von Unannehmlichkeiten, sodaß i…

  16. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 145

    Näheres ülicr meine Ermordung 145 er sich ängstlich nach einem Polizeisoldaten umsah. Als mir dies in schneller Folge zwei oder dreimal passierte, begann ich allmählich mich über die Menschen zu wundern. Die Hitje, sagte ich mir, die Hiße s…

  17. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 146

    146 M. Y. Ben - g a v ri el dann meinte er: »Gestern war ich mit Ben-gavriel im Kaffeehaus und mit keinem andern, du Sohn eines Hundes.« Jetjt, erst jetjt ging mir eine Ahnung auf: der Bart war an der ganzen Schweinerei schuld. »Aber ich bi…

  18. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 147

    N ä Ii c r e s über meine Ermordung 147 gestohlen hatte, die schönen Worte üher mich und die näheren Angaben über ineine grausame Ermordung durch ein mysteriöses Individuum las. Das Spiel ging drei Tage weiter. Ich gab nicht nach, wiewohl e…

  19. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 148

    148 M. Y. Ben-gavriel Mörder half nichts, es half auch nichts, daß der Herr aus Scottland Yard sich sofort des Falles bemächtigte — der Mörde…

  20. 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 149

    Das palästinische Ei des Cohimhus 149 tragen ist. Der Besitj des Friedhofes sei aber, meinten die Juden, wie der jeder Kultstätte durch das Gewohnheitsrecht und durch die ungebrochene Kontinuität des Gebrauches einwandfrei erwiesen. Worauf …