Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5696 (1935-1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Ch. N. Hiulik An einem Festtag weihten sie die neue Synagoge. Als der Hohe Rabbi sein Gebet beendet hatte, eilte er in die Düsternis des entlegensten Winkels und umarmte Mardochai: »Tritt hervor aus dem Dunkel, Leuchte des Herrn, Mardochai Meisel, der uns den Tempel gestiftet hat!« Sie schwiegen erst, dann segneten sie laut seinen Namen, umarmten einander, manche warfen sich nieder und berührten den Saum seines Mantels. Rabbi Jizchak aber, der der Thora am nächsten saß, stieg nieder und küßte den Schwiegersohn schweigend und lange. Dann wurde für das ganze Volk im Haus des Hoben Rabbi ein großes Gastmahl bereitet. Von Mardochai aber geht beute noch der Spruch: »Meisel hat keinen Sitj in der Schul.« Denn er bestand darauf, den höchsten Preis für den Sit} zu bezahlen im Tempel, den er selber erbaut hatte. Ch. N. liiulik: ZWEI KINDERGEDICHTE Aus dorn Hebritischen von Berthold Feiwel überm Meer Überm Meer, überm Meer, — Wer kennt den Weg dahin, Ihr Vögclein, wer? Üherm Meer, üherm Meer, Im Reich üherm Meer, Sind goldene Inseln — Weiß die Namen nicht mehr. Auf den goldenen Inseln Üherm Meer, überm Meer, Da wandeln Riesen, Eiii Volk hoch und hehr.