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Jüdischer Almanach · 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 138

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5696 (1935-1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 138 (sequence 140)
Language
German
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138 O s t j ü d i s c h e r Humor die drei ein verbotenes Kartenspiel spielen, und macht die Anzeige. Die drei werden dem Polizeirichter vorgeführt. Wie es in solchen Fällen zu geschehen pflegt, verlegen sie sich aufs Leugnen und behaupten hartnäckig, sie hätten kein verbotenes Spiel gespielt. Der Polizeirichter ist bereit, ihrer Aussage Glauben zu schenken, wenn sie ihre Behauptung beschwören. Was läßt sich tun? Der Pole schwört, er habe nicht Poker gespielt. Der Deutsche tut dasselbe. Nun ist der Jude an der Reihe, er will aber nicht falsch schwören und sagt: »Nun, Herr Polizeirichter, sagen Sie selber, kann ich allein Poker spielen?« DIE HANDSCHUHE. Ein Jude liest die Zeitung. Dabei fällt ihm ein großes Inserat eines Herrenkleidergeschäftes auf, es stellt einen sorgfältig gekleideten Mann dar, der einen Strohhut trägt und Handschuhe angezogen hat. Der Jude fragt einen seiner Freunde: »Das verstehe ich nicht. Entweder — oder: wenn es Winter ist, wozu trägt der Mann einen Strohhut? Ist es aber Sommer, wozu braucht er Handschuhe?« Der Freund denkt lange nach und sagt dann: »Das ist wirklich eine schwierige Frage! Aber ich kann dir die Sache erklären: Tatsächlich ist es Sommer. Entsteht doch wieder die Frage: Wozu braucht er Handschuhe? Ganz einfach: zum Brennesselpflücken!« DER WEG ZUM REICHTUM. In Kolomea lebte ein Jude, Chaskel hieß er, der war ein sehr gescheiter, gelehrter Mann, aber ein Pechvogel, wie er im Buche steht. Was er auch unternahm, er brachte es zu nichts. Kam er aber einmal doch zu ein paar Gulden, so gab er sie sofort für allerhand wohltätige Werke aus. Und er wunderte sich stets, warum es ihm schlecht ging! Noch mehr aber verdroß es ihn, daß sein Nachbar Note, ein ungebildeter Tropf, so reich war und täglich reicher wurde! Eines Tages ging Chaskel zu dem Reichen und fragte: »Reb Note, erkläret mir doch — wieso seid Ihr so reich geworden und ich mit all meinem Wissen und Können bin ein armer Schlucker geblieben?«

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