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  1. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    101 Wenn Lessing in seinem Laokoon den bekannten Satz festlegt, dass Rafael ein grosser Maler geworden wäre, auch wenn ein böses Geschick ihn ohne Hände hätte geboren werden lassen, so geht er in der Form fehl: ein Maler wäre er nicht gewor…

  2. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    102 No, 7/8. keine jüdischen Künstler. Sie lagen noch zu sehr im Banne der neuen Ausdrucksformen. Es bedurfte noch der Freizügigkeit, um unseren Körper elastischer, unsere Glieder beweglicher zu machen. Mit der Geschmeidigkeit unserer Gelen…

  3. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    No. 7/8. 103 Er malte als Märtyrer des Judenvolkes Märtyrer des Judenvolkes. Sein grandioses Bild „Ahasver im Diadem" trägt seine Leidenszüge ebenso wie der betende Jude" auf seinem grossen Gemälde in der Dresdener Gralerie. Aber über diese…

  4. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    …dengesetze vermuten lassen, das bestätigen gleichzeitige Geschichtsquellen, so namentlich die Schriften des Erzbischofs Agobard von Lyon. Agobanl schiieb unter Ludwig dem Erommen einige Broschüren über die stets wachsende Bedeutung der Juden, zu d…

  5. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    …viele Judengesetze konnten nicht leben und nicht sterben. Dass andere dafür um so schwerer drückten bleibt leider wahr. Max Eschelbacher. Gorda fratres. Diejenigen, denen der Begriff „Corda fratres'4 nicht durch häufigen Gebrauch schon vertraut geworden is…

  6. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    lue No. 7/8, wurde eine „Sektion Speciale" für alle die gegründet, „die nirgends Bürgerrecht besitzen". Der Kniff war glänzend; da aber in der ganzen weiten Welt nur e i n Volk in die traurige Lage kommen kann, nirgends Bürgerrechte zu besi…

  7. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    No. 7/a 107 Sitzung bei Festsetzung der Tagesordnung, zu der wir mit weissblauen Bändern geschmückt erschienen, mussten wir schon kämpfen. Man verlangte speziell von uns Aufklärungen, worüber wir zu sprechen gedenken. Als L i b r e s c u da…

  8. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    108 bemerken, dass wir auch später öfters das Wort ergriffen und in allen Fragen im Sinne unserer Prinzipien gesprochen haben. Während der heftigsten Debatte ersuchte uns ein Franzose, in die französische Sektion einzutreten. Wir dankten un…

  9. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    … Doch die Juden können ihnen diese Pein ersparen. Ein Stamm, der der Welt Männer wie Moses, Salomon, die Propheten, wie Maimonides, Spinoza. Marx oder Heine geschenkt hat, hat sein letztes Wort noch nicht gesprochen. Er braucht gewiss nicht die Hülfe…

  10. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    110 liebkeit und Menschlichkeit. Und da sollte die Studentenschaft auf ihrem Wege stehen bleiben und die Barbarei des Mittelalters wieder erwecken? Sollte sie wirklich so ihre Kulturmission erfüllen? Der Vizepräsident der Vereinigung Dr. Ph…

  11. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    ho. //S. Iii mus und Anarchismus, die doch auch beide in ihren Grundgedanken kontradiktorische Gegensätze sind. Diese Verwechselung nichtidentischer Begriffe muss überall da vor sich gehen, wo man mit Worten, anstatt mit Gedanken kämpft. We…

  12. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    als man sich seit Jahren gewöhnt hat, den Begriff der Nation von den genannten Faktoren abhängig zu denken, deren Zusammenhang mit stammestümlichen Gemeinschaften jederzeit in unmittelbarster Nähe beobachtet wird. Die Sprache scheint nun da…

  13. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    No. 7/6. 113 Litteratur, d. i. Liturgie und Neues Testament, in türkischer Sprache abgefasst zu schreiben. Diese Schrift führt den besonderen Namen „Karschunr. Griechen und Türken würden gleich erstaunt sein, wenn man Grund dessen, dass die…

  14. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    iH No. 7/8, wurden zwei deutsche Dialekte auf Slawen und Lintizen übertragen, so dass heute die Nachkommen der wendischen Obotriten als die typischen Vertreter des Niederdeutschen gelten. Hier brachten Kolonisten und Missionäre die Sprache …

  15. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    No. 7/8. 115 brachten, so gelten die portugiesischen Juden in Hamburg für eine feste Burg des Plattdeutschen, und orientalische Juden find im Orient Träger der der spanischen und deutschen Sprache. Auch die hebräische Sprache hat ihre Diale…

  16. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    Ho No. 7/8. _ aber ihrer Scheidung stets genau bewusst bleiben, auch wenn lieh der Fall ist, überhaupt nicht gedacht werden kann. Mehr noch als die Griechen des Altertums sind die heutigen Griechen über alle Küstenländer des östlichen Mitte…

  17. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    …ccidentaler Kleidung befleissigt, hört darum nicht auf, Chinese zu sein. Freilich glaubt sehr häufig der Araber, der in Beirut in europäischer Kleidung herumläuft, dass er aufgehört hat, Araber zu sein und hält sich für einen so vollgiltigen Fran…

  18. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    No. 7/8. Es würde zu weit führen, wollten wir die Zeit ins Auge fassen, wo der deutsche Volksstamm eines einigenden staatlichen Bandes überhaupt entbehrte, und weisen nur darauf hin, dass heute, wo das neue Deutsche Reich doch existiert, in…

  19. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    No. 7/8. 119 die Existenz einer czechischeu, polnischen oder arabischen Nation nicht leugnen, weil es keinen czechischen, polnischen oder arabischen Staat gibt. Wir müssen daher die Definition Roberts von Mohl entschieden verwerfen, der in …

  20. 1902-10-01 · Heft 7-8 (Oktober 1902) · p. [Seite]

    120 No. 7/8. sei, so dürften sie mit gleichem Rechte diese darauf hinweisen, dass in ihren Adern nicht zum wenigsten keltisches, räthisches und romanisches Blut fliesst. Die Bewohner des Königreichs Sachsen, die so eifrig auf ihr Germanentu…