Mannheim
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  1. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 62

    Unsere hiesige jüdische Schule kann im nächsten Jahre ihren 20. Geburtstag begehen. Die von ihr Erzogenen machen eine stattliche Gemeinde aus; sie bilden einen großen Teil der erwachsenen jüdischen Jugend unserer Stadt, sind aber auch vielf…

  2. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 63

    können. Bei uns Juden gähnt aber leider auf! vielen Gebieten eine Kluft zwischen Theorie und Praxis, so auch in der Frage der Kindererziehung. Darum denkt jeder aufrichtige Freund der jüdischen Schulidee in Leipzig mit banger Sorge an die Z…

  3. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 64

    der deutschen Juden konzentriert hatte. Von einem Gemeindeleben in dem alten Sinne des Wortes konnte bei der ungeheuren Zahl der Gemeindemitglieder nicht mehr die Rede sein. Das Bedürfnis nach Betätigung lebendigen Zusammenwirkens mit den G…

  4. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 65

    …e drohenden Zerfall aufhalten wollte. Es wurden 1920 in Nürnberg-Fürth, 1923 in Frankfurt am Main und Mannheim, 1924 in Breslau, Königsberg und in Stuttgart (gleichzeitig für die württembergischen israelitischen Gemeinden) Gemeindeblätter begründe…

  5. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 66

    schon von Anfang an mit einem halbmonatlichen Erscheinen und hat dies bis jetzt aufrecht erhalten. Auch in Leipzig machte sich das Bedürfnis nach einem Gemcindeblatt dringend geltend. Schon während des Krieges war hie und da in den Besprech…

  6. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 67

    auswirkte, wenn jeder Einzelne willens war, nicht bei dem stehen zu bleiben, was nach streng formaler Forderung die Gemeinde von ihm erheben durfte. Und mit dieser Erkenntnis auch die andere, daß ein solches Bewußtsein doch nur in einem ver…

  7. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 68

    Auch als dieses Angebot dem Gemeindevorstande vorgelegt werden konnte, waren die Schwierigkeiten noch keineswegs überwunden. Die Qemeindesitzung beschäftigte sich mit der Frage der Schaffung eines Gemeindeblattes und setzte zur endgültigen …

  8. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 69

    leiters darstellen würde, der ja diese Tätigkeit nur nebenamtlich ausüben konnte, und dessen hauptamtliche Berufspflichten unter dieser Arbeit nicht leiden durften. Nachdem die ausführende Druckerei ihr volles Einverständnis mit dem wöchent…

  9. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 70

    beschaffen. Es mußte dabei von vornherein darauf verzichtet werden, daß diese Aufsätze in gleicher Weise den Interessen aller verschiedenen Kreise der Gemeinde Genüge leisten konnten. In einer doch recht stattlichen Gemeinde in so vielseiti…

  10. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 71

    Leitgedanke für diese Art der Aufsätze war und ist immer das Streben, für das Judentum, seine Vergangenheit und seine Gegenwart, in seiner Gesamtheit und in seinen einzelnen Teilen und ganz besonders für seine Erscheinungsformen in Leipzig …

  11. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 72

    Freude haben wir sehr häufig von Vertretern aller Gruppen die Anerkennung dafür entgegengenommen, daß wir in dieser Form allen Richtungen Gelegenheit geben, ihre Gedanken in einen weiteren Kreis hineinzutragen, ohne dabei irgendeine propaga…

  12. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 73

    nicht die Ausprägung haben gewinnen können, wenn ihm nicht ein Organ zur Verfügung gestanden hätte, das immer wieder die noch Fernstehenden in geeigneter Weise wecken, unterrichten und heranholen konnte. Nicht allein die Bestrebungen der Le…

  13. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 74

    Gedankenkreise Beachtung finden können und sollten, Mitgliedern der Gemeinde nahezubringen. Wir haben von allem anderen gesprochen, nur noch nicht von dem, was zu den Selbstverständlichkeiten des Gemeindeblattes gehört, den amtlichen Bekann…

  14. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 75

    in. Der CV. im Freistaate Sachsen Von Dr. Felix Goldmann, Vorsitjendem des Landesverbandes im Freistaat Sachsen Gemessen an dem antisemitischen Rufe, den das sächsische Ländche…

  15. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 76

    … dessen Vorsitz Elb bis zu seinem Tode führte. In reger Agitation gelang es bald, Ortsgruppen des CV. auch in den Orten Plauen, Zwickau, Annaberg, Bautzen und Zittau zu gründen, und die Zahl der Mitglieder stieg zeitweilig bis auf 1600! Vorsitzen…

  16. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 77

    vor. In allen größeren Ortsgruppen werden aber in regelmäßiger Folge Aufklärungsversammlungen über das Judentum und die Angriffe gegen sein Schrifttum und seine Institutionen abgehalten, die meist starken Besuch aufweisen und von nachhaltig…

  17. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 78

    tätigkeit, keine Vej*einsarbeit mit kleinem Ziele und engem Horizont. Sie gilt der ganzen deutschen Judenheit, ob einer nun Deutscher oder Ausländer ist, ob er orthodox oder liberal ist, ob er dem CV. angehört oder nicht! Und darum sollte k…

  18. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 79

    liberale Judentum" zusammengeschlossen sind, zeigen eine rege Betriebsamkeit. Es ist also eine Frage des gesamten Liberalismus. Nur oberflächliche oder voreingenommene Kritik kann die tieferen Ursachen dieses Mangels an „Aktivismus" verkenn…

  19. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 80

    …samte religiöse Schrifttum. Der Talmudlehrer betont: Gott fordert Herz; die mittelalterlichen Sittenlehrer B a c h j a. Jehuda halevi, Maimonides, Albo weisen wieder und wieder aufs eindringlichste und in den mannigfaltigsten Variationen darauf hin: „Fr…

  20. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 81

    …Lehre. Auch diese steht wie alle andere Geschichte unter dem Gesetz der Entwicklung. Hillel und Rabbenu Gerschon, Rabbi Jochanan ben Sakkai, Rabbi Jehuda hanasi und Rab und Rabina haben keine Bedenken getragen, altüberlieferte Grundsätze außer Acht lassend, N…