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Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine · 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 70

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
Volume
1931-1932
Date
1931-01-01
Page
Seite 70 (sequence 70)
Language
German
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beschaffen. Es mußte dabei von vornherein darauf verzichtet werden, daß diese Aufsätze in gleicher Weise den Interessen aller verschiedenen Kreise der Gemeinde Genüge leisten konnten. In einer doch recht stattlichen Gemeinde in so vielseitiger Zusammensetzung nach geistigen, sozialen, wirtschaftlichen, religiösen, politischen Interessen, wäre es ein phantastischer Gedanke gewesen, Themen suchen und finden zu wollen, die bei Allen in gleicher Weise Beifall finden konnten. Umso wichtiger war es, darauf zu sehen, daß die Vielgestaltigkeit der Themen und die Form ihrer Behandlung einen steten Wechsel aufwies, damit die Einen, denen das eine Mal ein Aufsatz nicht zugesagt hatte, möglichst bald einen anderen fänden, der sie zu fesseln vermochte. Aus dieser Erwägung heraus vermieden und vermeiden wir es nach Möglichkeit, Aufsatzreihen desselben Autors über dasselbe Thema zu veröffentlichen. War es anfangs nicht zu umgehen, daß der Kreis der Mitarbeiter aus den angeführten Gründen nur ein geringer sein konnte, so trat eine Erleichterung ein, als die Gemeindeverwaltung Mittel zur Gewinnung von weiteren Mitarbeitern zur Verfügung stellte. Es dauerte nun nicht mehr lange, daß auch von sich aus Schriftsteller mit Beiträgen sich dem Gemeindeblatt anboten. Indes — und dies wird auch bei anderen Punkten in gleicher Weise noch zu betonen sein — oft genug macht das, was im Gemeindeblatt nicht erscheint, mehr Mühe als das, was veröffentlicht wird, — der Leser weiß wenig davon, wieviele solcher Angebote die Schriftleitung zurückweisen muß, ehe geeignet erscheinende angenommen werden können. Beiträge, die den üblichen Umfang um das Drei- oder Vierfache überschreiten, oder solche, die keinen Anspruch auf das Interesse weiterer Kreise erwecken können, solche, die einen einseitigen Parteistandpunkt vertreten, oder solche, die ein Thema nicht mit erforderlicher Gründlichkeit behandeln, werden in weit größerer Zahl vorgelegt als solche, die sozusagen auf den ersten Blick als geeignet begutachtet werden können. Nicht selten muß dann dem Verfasser eine entsprechende Umgestaltung nahegelegt werden, eine Kürzung, eine sachliche Aenderung; bisweilen wurde auf Grund eines Angebotes ein gänzlich anderer Vorschlag gemacht ehe der Aufsatz die Form erhielt, in der er dann im Gemeindeblatt veröffentlicht werden konnte, Eine kleine Zahl von Mitarbeitern hat den rechten Ton gefunden, weiß die jeweils passenden Themen in geeigneter Form darzubieten und konnte dadurch zur ständigen Mitarbeit herangezogen worden. 70

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