Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine · 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 69

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
Volume
1931-1932
Date
1931-01-01
Page
Seite 69 (sequence 69)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3140913-3140914--070-3140992
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

leiters darstellen würde, der ja diese Tätigkeit nur nebenamtlich ausüben konnte, und dessen hauptamtliche Berufspflichten unter dieser Arbeit nicht leiden durften. Nachdem die ausführende Druckerei ihr volles Einverständnis mit dem wöchentlichen Erscheinen ausgesprochen hatte, wurden auch alle anderen Bedenken zurückgestellt und der Schritt gewagt, das Qemeindeblatt regelmäßig wöchentlich erscheinen zu lassen. Auf dieser Grundlage wurde im Sommer 1925 der Vertrag zwischen der Gemeinde und der Druckerei abgeschlossen, mit der Maßgabe, daß das Gemeindeblatt mit den Herbstfesten des Jahres zu erscheinen beginnen sollte. Heute, kurz nach Eintritt in den 7. Jahrgang, darf mit Genugtuung festgestellt werden, daß das Wagnis gelungen ist. Es waren gewiß viele Schwierigkeiten zu überwinden, technische und redaktionelle, aber Jahr für Jahr hat das Gemeindeblatt an Boden innerhalb der Gemeinde gewonnen: seine heutige Gestalt zeigt, daß es ein Organ geworden ist, das aus dem Leben der jüdischen Gemeinde nicht mehr hinweggedacht werden kann. Es dürfte einen weiteren Kreis interessieren, einiges aus den Erlebnissen und Erfahrungen des Schriftleiters zu hören. Der Leser, der am Freitag die fertige Nummer erhält, dürfte sich wenig Vorstellung über das Werden der einzelnen Nummer machen können. Zunächst die allgemeinen Artikel: Es war gewiß kein geringes Unternehmen, allwöchentlich einen Aufsatz zur Verfügung zu haben, der den verschiedensten Anforderungen gerecht werden konnte. Auf etwa einer bis eineinhalb Druckseite sollte eine auf ernster, wissenschaftlich begründeter Kenntnis beruhende, volkstümlich gehaltene Betrachtung gegeben werden, die gleichzeitig aktuell, packend sein sollte und doch vermeiden mußte, bei irgendeiner jüdischen Richtung Anstoß zu erregen. Die Schwierigkeiten waren umso größer, als anfänglich die Finanzlage der Gemeinde eine Honorierung solcher Artikel nicht gestattete. Unter diesen Umständen war es nur möglich, die Arbeit durchzuführen, wenn der Schriftleiter unter tatkräftiger Mithilfe seiner hiesigen und der ihm persönlich nahestehenden Kollegen oder anderer befreundeter, uneigennützig arbeitender Verfasser die erforderliche Zahl von Aufsätzen heranschaffte. Wir dürfen wohl sagen, daß wir in mancher Woche nur unter Aufbietung äußerster Anspannung der eigenen Arbeit in der Lage waren, für die Jeweils fällige Nummer einen den Grundsätzen entsprechenden Aufsatz zu 69

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.