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Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine · 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 66

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
Volume
1931-1932
Date
1931-01-01
Page
Seite 66 (sequence 66)
Language
German
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schon von Anfang an mit einem halbmonatlichen Erscheinen und hat dies bis jetzt aufrecht erhalten. Auch in Leipzig machte sich das Bedürfnis nach einem Gemcindeblatt dringend geltend. Schon während des Krieges war hie und da in den Besprechungen der Gemeindebehörden der Wunsch nach einem Amtsblatt zur Veröffentlichung der amtlichen Mitteilungen laut geworden. Die Anregung war jedoch in jenem Moment unbeachtet verhallt. Sie konnte erst Gestalt gewinnen, als die Zeit für sie reif geworden war. Das geschah erst, als die Inflation in den Jahren 1922 und besonders 1923 die Gemeindebehörden vor Fragen stellte, deren Lösung ausschließlich durch das lebendige Zusammcngehörigkeits - Bewußtsein der Gemeindemitglieder erfolgen konnte. Die Inflation brachte in das Gemeindeleben besonders dadurch so gewaltige Störungen, daß die Steuern, die zu jener Zeit durch die öffentliche Steuercinziehungsstelle erhoben wurden, erst mit ganz erheblicher Verzögerung, das bedeutet in ganz verringertem Werte, der Gemeinde zur Verfügung kamen, so daß diese weder den laufenden Verpflichtungen; noch dem täglichen Bedarf mit diesen Eingängen gerecht werden konnte. Wenn überhaupt unter solchen Verhältnissen die Gemeinde ihren Bestand aufrecht erhalten wollte, so konnte es nur geschehen, indem einzelne Gemeindemitglieder sich bereit fanden, unabhängig von ihren laufenden Steuerverpflichtungen und weit darüber hinausgehend der Gemeinde laufend Geldmittel bereitzustellen, mit denen sie ihren Bedarf zu erfüllen in der Lage war. Hinzu kam noch, daß der Mangel an flüssigen Geldmitteln sich ganz besonders bemerkbar machte auf dem Gebiete des Fürsorgewesens. Während auf der einen Seite die Inflationslagc die Täuschung ungeheuren Reichtums bei einem großen Teile der Berufstätigen erweckte, litten die Unbemittelten umso größere Not, weil die geringen Beträge, die ihnen zur Verfügung standen, und mit denen sie nach alten Haushaltungsgesetzcn sparsam wirtschaften mußten, geradezu in ihren Fingern zusammenschmolzen. Bei den Besprechungen, die in diesen Monaten innerhalb unserer Gemeinde über die notwendige Beschaffung von Mittein zur Erfüllung der Gemeindeverpflichtungen und insbesondere zur Linderung der Not unter den Bedürftigen gehalten wurden, stellte sich immer deutlicher die Erkenntnis heraus, daß solche Aufgaben nur zu lösen seien, wenn in der großen Menge der Gcmeindemitgliedcr die freudige Bereitschaft zur Gemeinde als solcher sich 66

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