Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 68)
- Language
- German
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Auch als dieses Angebot dem Gemeindevorstande vorgelegt werden konnte, waren die Schwierigkeiten noch keineswegs überwunden. Die Qemeindesitzung beschäftigte sich mit der Frage der Schaffung eines Gemeindeblattes und setzte zur endgültigen Entscheidung einen Ausschuß ein; seine Aufgabe sollte es im Wesentlichen sein, zu prüfen, welche Maßnahmen zu treffen seien, um die Unparteilichkeit eines solchen Organs zu gewährleisten und zu diesem Zwecke seine Zuständigkeit abzugrenzen. Es gelang aber auch, diese Klippen zu überwinden. Es wurde bei diesen ersten Beratungen als oberster und unantastbarer Grundsatz festgelegt, daß das Gcmeindeblatt unpolitisch sein und bleiben solle, daß es in durchaus neutraler Weise geleitet werden müsse, mit einem Worte, daß es ein alle Kreise der Gemeinde, alle religiösen und politischen Richtungen verbindendes Organ werden müsse. Besonders eingehend wurde die Erscheinungsweise des Gemeindeblattes erörtert. Es stand von vornherein fest, daß ein Gemeindeblatt, soll es seinen Zweck ganz erfüllen, nicht anders als wöchentlich erscheinen müsse. Es hat ja die Aufgabe zu erfüllen., die Gcmcindcmitglicdcr möglichst schnell und eingehend über alle Vorgänge des jüdischen Lebens innerhalb der Gemeinde und insbesondere des jüdischen Gemeindelebens zu unterrichten. Es muß deshalb Berichte dieser Art veröffentlichen können, ehe sie veraltet sind; den Teilnehmern an den Veranstaltungen muß der erlebte Vorgang noch frisch im Gedächtnis haften, damit er in dem Berichte erneut das Bedeutungsvolle der Veranstaltung auffrischt; und es muß derjenige, der den Vorgang nicht selbst erlebt hat, infolge der zeitlichen Nähe an ihm noch Interesse finden können. Es muß ferner den in der Gemeinde bestehenden Organen und Organisationen die Möglichkeit gegeben werden, so kurzfristig wie möglich ihre Mitglieder und die ihnen noch fernstehenden Mitglieder der Gemeinde von ihren Veranstaltungen in Kenntnis zu setzen, um so das Interesse möglichst kurz vor dem festgesetzten Zeitpunkt nochmals aufzurufen. Es standen dem wöchentlichen Erscheinen nur zwei Bedenken gegenüber. Das eine von Seiten der ausführenden Firma: Es konnte als zweifelhaft erachtet werden, ob es gelingen könne, Woche für Woche für ein Organ, dessen Auflageziffcr ja doch eine immerhin begrenzte Zahl nie überschreiten konnte, die zur Wirtschaftlichkeit erforderliche Zahl von Anzeigen zu gewinnen. Nicht weniger ernst war die Frage, ob nicht ein wöchentliches Erscheinen eine viel zu starke Belastung des Schrift- 68