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Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine · 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 72

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
Volume
1931-1932
Date
1931-01-01
Page
Seite 72 (sequence 72)
Language
German
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Freude haben wir sehr häufig von Vertretern aller Gruppen die Anerkennung dafür entgegengenommen, daß wir in dieser Form allen Richtungen Gelegenheit geben, ihre Gedanken in einen weiteren Kreis hineinzutragen, ohne dabei irgendeine propagandistische Absicht zu fördern. Die Anschauungsweisen sollen durch sich selbst sprechen und damit auch dem-Andersdenkenden Gelegenheit geben, sich mit ihnen vertraut zu machen, um den in ihnen wirksamen jüdischen Willen verstehen und schätzen zu lernen. Gerade dadurch dient das Gemeindeblatt einer tatkräftigen Förderung des Einheitsgedankens im Judentum. Nach gleichen Gesichtspunkten wird auch die Rubrik geleitet, die den besonderen Vorgängen unserer Gemeinde gewidmet ist. Auch hier ist oberstes Bestreben, unterschiedslos allen Vorgängen der Gemeinde Raum zu gewähren, unter der Voraussetzung, daß es sich lediglich um tatsächliche Darstellungen dessen handelt, was sich zugetragen hat. Gerade hier — und in der Rubrik „Eingesandt", die sich ja auch ausnahmslos mit Angelegenheiten des inneren Gemeindelebens befaßt — hat der rote Stift des Schriftleiters am häufigsten einzugreifen, ist aber auch dem Schriftleiter eine besondere Gelegenheit gegeben, sich. beruhigend und ausgleichend zu betätigen. In manchen Kreisen der Gemeinde hat man das Gemeindeblatt so auffassen wollen, als sei es „das Blatt der Gemeinde" in dem Sinne, als ob nun Jeder ohne weiteres in ihm das sagen könne, was er auf dem Herzen hat. Es mußte solchen Vorstellungen mit der Aufklärung begegnet werden, daß damit das Gemeindeblatt zum Tummelplatz leidenschaftlichen Kampfes werden könne und nicht selten eines Kampfes um Dinge, die einer solchen Leidenschaftlichkeit nicht würdig sind. Es ist meist gelungen, wenn auch oft in zeitraubenden Unterredungen* diesen Gesichtspunkt zur Anerkennung zu bringen, und manche Schärfe und Ueberhitzung konnte dadurch besänftigt werden. Auf der anderen Seite konnte aber gerade bei der Aufrechterhaltung der Unparteilichkeit den verschiedensten gemeindlichen Bestrebungen eine Stütze gegeben werden, deren Fehlen von ihnen zuvor außerordentlich schwer empfunden wurde. Seit längerer Zeit wird besondere Aufmerksamkeit den Bestrebungen der Jugend geschenkt. Es ist erfrischend zu sehen, wie in der Nachkriegszeit die Jugend dem jüdischen Leben in eigenem Ernst und in ernstem Ringen neue Kräfte zuzuführen trachtet, die verjüngend und festigend wirken. Vielleicht würde dieses Wollen 72

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