Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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kam, erhielt er von dem damals noch lebenden Maximilian Horwitz den Auftrag, dem CV. in Sachsen eine Heimstätte zu schaffen. Dem Verständnis, der Energie und der Begeisterung für die Sache, die in dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Dresden, dem leider verstorbenen Kommerzienrat Max Elb, zusammenwirkten, gelang es zunächst, die drei genannten Ortsgruppen zu einem Landesverband zu vereinen, dessen Vorsitz Elb bis zu seinem Tode führte. In reger Agitation gelang es bald, Ortsgruppen des CV. auch in den Orten Plauen, Zwickau, Annaberg, Bautzen und Zittau zu gründen, und die Zahl der Mitglieder stieg zeitweilig bis auf 1600! Vorsitzender des Landesverbandes ist heute der Verfasser dieser Zeilen, stellvertretender Vorsitzender Arthur .Sußmann in Chemnitz. An der Spitze der Leipziger Ortsgruppe stehen Stadtrat Julius Krause und Moritz Ury, in Dresden leitet den Verein Rudolf Apt, in Chemnitz Rechtsanwalt Hans Hartmann, in Plauen Rechtsanwalt Dr. Goldberg, in Bautzen Lehrer Blum, in Zittau Prediger Ellend, in Zwickau Ludwig Wilmersdörfer und in Annaberg Max Richter. Seit dem Jahre 1924 ist der Landesverband in der Lage, ein Syndikat zu unterhalten, das unter der Führung von Frau L e n i ,W e i 11 steht und in Leipzig seinen Sitz hat. Im Sinne der an anderer Stelle dieses Buches geschilderten Tätigkeit wirkt der Central-Verein auch in Sachsen. Er unterstützt die durch die CV.-Tätigkeit verfolgte Tendenz der Erziehung der Mitglieder zu selbstbewußten Juden durch zahlreiche Versammlungen, in denen zu den brennenden Fragen des jüdischen Lebens und zu Problemen der Vereinstendenz Stellung genommen wird. Oft werden diese Versammlungen auch zu Zusammenkünften der gesamten Gemeinde gestaltet, und es verdient hervorgehoben zu werden, daß gerade im Freistaat Sachsen der Kampf der Meinungen in innerjüdischen Fragen eine nur verschwindend kleine Rolle spielt. In den großen Ortsgruppen bestehen Vereinigungen von jüdischen Frauen, welche auch das weibliche Element für den Kampf ums Recht interessieren wollen, und ebenso werden überall für die Jugend Veranstaltungen abgehalten und Einrichtungen getroffen. In Leipzig insbesondere wird auch in Arbeitsgemeinschaften das jüdische Wissen gepflegt und apologetische Kurse werden veranstaltet. Bei der geringen Anzahl der Juden in Sachsen tritt die Arbeit des Centrai-Vereins nach außen hin nicht übermäßig sichtlich her- 76