Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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sein ihrer Zugehörigkeit zu einer Gemeinde lebendig vermitteln konnte. Und diesen Weg fand man in Berlin in der Schaffung des Gemeindeblatts (1911). Es war zuerst ein Suchen und Tasten. Das Gemeindeblatt erschien monatlich in einem Gesamtumfange von 12 Seiten. Bezeichnend für die Ausgestaltung seines Inhaltes ist, daß etwa zwei volle Seiten für die Vorgänge verwendet wurden, die sich im Personenstande innerhalb der Gemeinde vollzogen hatten (Austritt aus dem Judentum, Einsegnungen, Trauungen, Beerdigungen), daß ferner die Ankündigung der Gottesdienste, die amtlichen Bekanntmachungen, die Nachrichten aus den einzelnen Zweigen der Gemeindeverwaltung, besonders die Berichte über die Repräsentantensitzungen einen erheblichen Teil des Umfanges in Anspruch nahmen. Allerdings wurde auch schon jede Nummer eingeleitet durch eine allgemeine Abhandlung aus dem jüdischen Leben, eine Abhandlung über Fragen der jüdischen Religionsgeschichte, der Religionsphilosophie, Festbetrachtungen u. dgl. Im Laufe der Jahre, ganz besonders in den letzten Jahren, hat das Gemeindeblatt wesentliche Umgestaltung erhalten und zeigt heute ein viel reicheres Bild als in seinen Anfängen. Die Verhältnisse nach dem Kriege drängten den Gedanken, der in Berlin zum ersten Male in die Praxis übertragen worden war, einer Reihe von anderen Gemeinden auf, deren Leben eines gleichen Ansporns bedurfte, wenn man einen angesichts der Erschütterungen der Kriegs- und Nachkriegsjahre drohenden Zerfall aufhalten wollte. Es wurden 1920 in Nürnberg-Fürth, 1923 in Frankfurt am Main und Mannheim, 1924 in Breslau, Königsberg und in Stuttgart (gleichzeitig für die württembergischen israelitischen Gemeinden) Gemeindeblätter begründet. Sie alle waren von den gleichen Gedanken geleitet. Sie erscheinen, wie das Berliner, monatlich. Ihr Aufbau ist im wesentlichen der üleichie: neben den vornehmlich lokalen Angelegenheiten des Erscheinungs- und Zuständigkeitsortes bringen sie regelmäßig Abhandlungen allgemeiner Art. Der Umfang ist wohl (wie dies übrigens inzwischen auch bei dem Berliner Gemeindeblatt geschehen war) verstärkt worden; die Gemeinden waren jedoch genötigt, um unter den schwierigeil Finanzverhältnissen die Einrichtung durchzuführen, ihren Organen einen Inseratenteil anzufügen, der einen Teil der entstandenen Kosten ersparen sollte. Nur die in Stuttgart erscheinende „Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" begann 5 65