Mannheim
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  1. 1869-01-01 · Heft 1 · page 276

    279 gen sollten keine goldenen Verzierungen sein — Alles bei Verlust der Kleider im Falle der Uebertretung dieses Edicts. r) So mußten die Juden Spanien's statt der rauschenden Gewänder ärmlich Kleider tragen. Es dauerte'jedoch nicht lange,…

  2. 1869-01-01 · Heft 1 · page 277

    III. Das castilianische Uabbinat. D. Meir Alguades und D. Abraham Benveniste. Die neueste Zeit, welche überall das Bestreben zeigt, die früheren Verhältnisse denen der Gegenwart anzupassen und Analogien zwischen dem Mittelalrer und der Neuz…

  3. 1869-01-01 · Heft 1 · page 278

    281 Richter zu ernennen; ihm lag die Ordnung des Steuerwesens in der Gemeinde ob, an ihn wurde in Rechtsfällen appellirt und er übte die höchste Gewalt. *) Es liegt nicht in unserer Absicht, eine chronologische Reihenfolge der castilianisch…

  4. 1869-01-01 · Heft 1 · page 279

    282 trug.*) Keinen Würdigeren hatte er für diese überaus wichtige Stellung ausersehen können. D. Meir, Schüler des R. Jehuda ben Ascher, war ein gründlicher Kenner des Talmuds, mit Philosophie vertraut, von seinem Könige geschätzt, von Allen geliebt und v…

  5. 1869-01-01 · Heft 1 · page 280

    283 schied^, ist ebenso wenig zu bestimmen, wie sich ermitteln läßt, wer sein unmittelbarer Nachfolger im Hofrabbinat war. Erst 1432 lernen wir in der Person eines Don Abraham, oder, um ihn gleich mit seinem vollständigen Namen zu nennen, D…

  6. 1869-01-01 · Heft 1 · page 281

    …ge Ehrenbezeugung, daß Alle, welche des Don Abraham erwähnen, — das Statut, Jbn Musa, Schevet Jehuda, Oacuto, Jacob Ihn Chabib — Ihm den Titel „Don" beilegen; bekanntlich war es den Juden durch das Edict von Januar 1412 verboten, sich mündlich od…

  7. 1869-01-01 · Heft 1 · page 282

    285 jede Weisheit von uns gewichen, wie sollten wir also Träume zu deuten verstehen?" Darauf der König: „Das ist nicht wahr, denn ich habe von Fra Pablo, welcher von Salamanca kam, gehört, wie er mir sagte, daß er und seine Freunde mit eine…

  8. 1869-01-01 · Heft 1 · page 283

    286 „Ich wundere mich sehr", sagte er, „über euch Juden, daß während das Exil eure Weisheit vernichtet hat, es nicht auch euren Stolz vermindert hat. Warum schränkt ihr eure Neigung der Herrschaft gegenüber nicht ein und kleidet euch wie fr…

  9. 1869-01-01 · Heft 1 · page 284

    Die Gesandten erwiderten: „Was die seidene Kleidung anlangt, so findet sich, seitdem das Ediet bekannt gemacht worden, Niemand von uns, der es übertritt, und wir, als die Abgeordneten Deines Volkes und die reichsten darunter, erscheinen, ob…

  10. 1869-01-01 · Heft 1 · page 285

    -288 Es ist überflüssig an der Hand des „Statuts" noch den Beweis zu führen, daß in diesen Dialogen von Niemand anders als von dem Hofrabbiner Don Abraham Benveniste die Rede ist, oder vielmehr, daß der Hofrabbiner Don Abraham, Benveniste d…

  11. 1869-01-01 · Heft 1 · page 286

    289 Angesichts dieses allgemeinen Verfalls, trat Don Abraham mit aller Entschiedenheit „in den Riß." Die Gelegenheit war günstig. Der damalige König Juan II., ein freilich schwacher, aber den Wissenschaften ergebener und gutmüthiger Monarch…

  12. 1869-01-01 · Heft 1 · page 287

    IV, Das Statut. ..l<*) 1) Der Anfang des Mscr., — ungefähr eine Zeile — fehlt. *) Da äußere Umstände verhindern, daß der ganze span. Text, wie ich es Anfangs LeaLsichtigte, zugleich mit der UeLersetzung zum Abdruck kommt, so muß ich mich hi…

  13. 1869-01-01 · Heft 1 · page 288

    291 daß sie beglaubigte Männer aus ihren Gemeinden senden, „um zu bewahren die Pfade des Rechts,"^ und Rath mit ihnen zu pflegen. Die Gemeinden thaten wie der Hofrabbiner Don Abraham befohlen; einige von ihnen schickten dem erwähnten Hofrab…

  14. 1869-01-01 · Heft 1 · page 289

    292 Kömgs Zutritt Habens) zugegen. Alle diese entwarfen Statuten als Grundlage einer Gemeindeordnung, welche sich erstrecke auf bestimmte Verhältnisse und andere Angelegenheiten, wie Gottesdienst, Verherrlichung der heiligen Gotteslehre, St…

  15. 1869-01-01 · Heft 1 · page 290

    293 Herrschaft sich erhebe, gewisse allgemeine Einrichtungen getroffen, *) welche allen Gemeinden des eastilianischen Reiches als Richtschnur dienten; auch haben die früheren Könige den Vorstehern und Vertretern der Gemeinden die Erlaubniß …

  16. 1869-01-01 · Heft 1 · page 291

    294 Stütze der Welt, wie unsere Weisen s. A. den Ausspruch thaten-. „Auf drei Dingen steht die Welt: auf der GoLteslehre, auf dem Gottesdienste und auf der Uebung von Liebeswerken." Da wir nun wahrnehmen, daß die Hände der Gesetzeskundigen …

  17. 1869-01-01 · Heft 1 · page 292

    295 Thora zwei Dineros. Ferner-, von Wein, an Christen verkauft, wird der Talmud-Thora von jedem Kruge ein halber Dinero entrichtet. Jeder, der Hochzeit macht, zahlt in der Hochzeitswoche 10 Maravedis, ebenso viel ist von jeder Beschneidung…

  18. 1869-01-01 · Heft 1 · page 293

    296 und die Einrichtung genannter Talmud-Thora nach obiger Anordnung treffen. Ferner ordnen wir an, daß in den Orten, welche keine Gemeinde von zehn Familien bilden und keine Steuer erheben, diese dennoch die genannte Talmud-Thora gleich al…

  19. 1869-01-01 · Heft 1 · page 294

    297 sondern in anderer - Weise, nämlich aus den Einkünften der Steuern auf Fleisch und Wein, aus der Einnahme des t&Hpn, aus den Miethzinsen der Gemeindegebäude u. dgl. gezahlt werde. Ferner ordnen wir an, daß jegliche Gemeinde von fünfzehn…

  20. 1869-01-01 · Heft 1 · page 295

    298 rechtweisen könne. Falls die Gemeinde sich mit dem Talmudlehrer hinsichtlich des Gehaltes nicht einigen kann, ist sie verpflichtet, ihm. die Einnahme der Talmud-Thora des Ortes zu überweisen und je nach Gutfinden des Hofrabbiners nöthig…