Mannheim
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  1. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 223

    224 äußern Form und Gestalt sich stets gleich und wurde es mannigfach von der Strömung der Zeit beeinflußt. Wir erinnern nur daran, daß der Talmud bereits angibt: die Namen der Hngel haben die Juden den Babyloniern abgelernt. Wie sehr das H…

  2. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 224

    225 sich Geltung verschaffen wollen. Es hat nie eine Stütze von außen gebraucht und bedarf sie auch heute nicht. Eine Religion, die nur durch äußere Mittel gehalten werden kann, ist verloren. Das Judenthum aber hat noch die alte urwüchsige …

  3. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 225

    226 Betrachten wir nun die anderweitigen Verhältnisse wie sie zu jener Zeit bestanden. Es ist bekannt, daß deutsche Kaiser in alter Zeit einzelnen Fürsten Privilegien gaben, in ihren Gebieten Juden wohnen zu lassen. Sie lebten also an manch…

  4. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 226

    227 heißt „ausvervrsachen derjenigen Prediger, so daselbst wohnen. So seynt auch diese Prediger in allen ihren öffentlichen Sermonen und Predigen wider die Juden also ergist, daß sie khein abscheih nehmen zu melden, daß die iezt wehrenden K…

  5. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 227

    228 Handel im Allgemeinen brachten. Bekanntlich wurden Juden auch nach Venedig berufen (1366) um Leihbanken daselbst zu eröffnen. Die Klagen wegen Wucher der Juden brauchen nicht eines wettern widerlegt zu werden. Wie man heutzutage die Dra…

  6. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 228

    229 In derselben Weise vertrat er das Recht der Juden bei einzelnen sich ergebenden Fällen, wo man es ihnen verkümmern wollte. Wir führen zum Beleg ein Aktenstück*) an, in welchem der Kaiser die Stadt Worms auffordert, die Rechte des Hirzen…

  7. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 229

    230 rechtigt und eben so ehrenvoll, wie den großen Banquier, der von seinem eomfortable und elegant eingerichteten Comptoir über Millionen disponirt. Gegenwart und Zukunft haben mannichfaches Unrecht, das gegen Juden in Gesinnungen, Wort un…

  8. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 230

    231 jedoch haben die Juden selber darum gebeten in ein vollständiges Ghetto versetzt zu werden und mit Dekret vom 6. Dec. 1624*) wird den Juden die Leopoldstadt, damals genannt der „untere Werd," als Wohnplatz eingeräumt. — Mannigfache Grün…

  9. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 231

    232 schasten zu betreiben. Insbesondere studierten fie wie seit den ältesten Zeiten Mathematik und Medizin. Daß aber die Juden in Wien es als eine Begünstigung betrachteten, abgesondert zu wohnen, geht aus dem früher erwähnten kaiserl. Brie…

  10. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 232

    233 weiter ausgegriffen, als ihm zustand; denn wir müssen es wiederholentlich hervorheben, daß die Juden unter Ferdinand II. nach Innen vollkommen frei waren und ihre eigene Gerichtsbarkeit hatten, wo nach talmudischcn Satzungen entschieden…

  11. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 233

    234 biner, den sie für den Vorgang verantwortlich machten. Jedenfalls zeigt die Behandlung und die Art und Weise der Jnhaftirung nach den Mittheilungen der Autobiografie, daß man der Stellung des Verdächtigten Rechnung getragen hat. Kehren …

  12. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 234

    235 Recht sei für euch Alle" ist jetzt, in einer Zeit. die sich besonders der Erleuchtung rühmt, auch noch nicht ganz zur Geltung gekommen. Für die Juden aber mag es eine Beruhigung gewesen sein, nicht von Männern verurtheilt zu werden, wel…

  13. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 235

    236 gefehlt und die Klageschriften gegen sie füllen eine bedeutende Bibliothek. Wir muthen nicht allen diesen Gegnern zu, ihre ultima ratio fei: daß Judenblut vergossen werde und Szenen sich erneuern, wie sie zur Zeit der tiefsten Barbarei …

  14. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 236

    237 fürchterlicher geworden und das Requisitionssystem nicht milder. In dieser Zeit dachte der Kaiser daran die Rechte der Juden zu schützen und er erließ einen Bries an die Militärbehörden*), daß sie von den Juden in Worms keine besonderen…

  15. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 237

    238 Erzherzoge Karl sel. Angedenkens das Commando in den Kriegen gegen Napoleon übernahm, wurde den jüdischen Soldaten das Avancement möglich, da in den Militärpässen die Rubrik Religion wegblieb. Beim Avancement konnte daher prinzipiell ni…

  16. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 238

    239 in den österreichischen Adelsstand erhoben mit dem Prädikate von Treuenburg. *) Bezüglich der Hosjuden haben wir zu bemerken, daß fie folgende Privilegien hatten: Sie durften wohnen überall, wo Juden im deutschen Reiche wohnten oder wo …

  17. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 239

    …Schah findet sich ein derartiges Gutachten vom 13. Mai 1620. Die Unterschriften sind hebräisch: David, Sohn des Pinehas Lewi Hurwiz und Moses Jeremias Gerson, Sohn des Moses Kohn sel. Angedenkens. Die Grabstätten von Dr. Halfanus und des Vorste…

  18. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 240

    _241 Schuldner wurden verhalten die Pflichten gegen ihre Gläubiger zu erfüllen. Es wurde nicht gestattet, daß während der Kriegszeiten die Juden mit Einquartirungen rc. belästigt wurden, eben so mißbilligte es der Kaiser, daß Aufreizungen g…

  19. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 241

    242 Beilagen?) i. Schreiben des Erzherzogs Leopold an Ferdinand H worin der Jude Lewi aus Bonn empfohlen wird. (Wien, 2. September 1619.) Allerdurchleuchtigster Großmächtigster König k., Königl. May. vndt L. seyen vnser Freundt vndt brueder…

  20. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 242

    243 vndt L. vnß ein bruederlich angmem wohlgefahlen thuen vndt haben im Vbrigen vnß mit erweisung trewer brucderlicher Dienstwillickheitcn Jederzeit ganz bereyt vndt ergeben. ' Wien 2. Sept. 1619. Ewer kön. May, vndt L. dienstwillig v. gene…