Mannheim
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  1. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 203

    203 Ihr Ambt zu führen unuerboten. Von Rechtswegen, Urkundlich mit unserem Jnsiegell Versiegelt^. Hierauf erfolgte am 3. Mai 1588 von Seiten des Rathes ein Erlaß, der nach einer ebenfalls bei den Acten des hiesigen königlichen Archivs befin…

  2. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 204

    204 wollen auch hiemit Crafft dieß briefs, Das alle undt Jede unsere Bürgere undt einwonere undt die umb Unsernt willen Zuthunde und Zulassen verpflicht undt schuldig sein, soviel deren mit den Juden Jnn oder ausserhalb der Statt bishero ei…

  3. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 205

    205 Durch diesen Erlaß fühlten sich die Juden natürlich sehr beeinträchtigt und wußte es namentlich denjenigen, welche ohne eigenes Vermögen waren und sich bisher nur mit Hilfe der von Seiten einzelner christlicher Bürger ihnen gemachten Vo…

  4. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 206

    206 Kanzler und Räthe zu Wolfenbüttel an den Rath von Hannover geschrieben, daß der Herzog allen Juden, die von seinem Vater längere Schutzjahre nicht verschrieben hätten, den Schutz aufkündigen und sie nach anderen Ländern verweisen lasse …

  5. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 207

    207 nächsten Michaelis in seinem Lande zu dulden, zu welcher Zeit spätestens alle in seinen Fürstenthümern noch weilenden Juden abziehen müßten. Sie sollten sich seiner Lande gänzlich enthalten, sie nie betreten und wenn ihr Weg sie in dere…

  6. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 208

    208 nialigen Zeit im deutschen Reiche obwaltenden Rechtsverhältnisse vorzugsweise beleuchtender Proceß entspann, in welchen auch die herzogliche Eanzlei zu Wolsenbüttel und das Reichsgericht verwickelt wurden. Auf Verwenden des Kaisers Rudo…

  7. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 209

    209 Beamte hierbei ein Auge zudrückten, so wurde das Verbot in Betreff des Aufenthaltes der Juden in dem Landtagsabschiede vom Jahre 1601 aufs Neue wiederholt und die betreffenden Beamten mit harter Straft bedroht. In § 48 des eben erwähnte…

  8. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 210

    210 schast untergebenen Jnden bei Todesstrafe außer dem Sabbath auch den Sonntag feiern müßten. In Betreff dieses Ereignisses lesen wir bei Boysen loc. cit. Idem hic Archiepiscopus (d. i. Conradus ex stirpe comitum de Sternberg, der 1278 st…

  9. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 211

    211 dem erfahren auch, daß dasselbe unter dem Episcopate des Erzbischofs Conrad von Sternberg in Magdeburg stattfand und daß der betreffende Jude ein gewisser Salomon gewesen. Zugleich ersehen wir aus dem Berichte bei Joseph ha Cohen, daß m…

  10. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 212

    …enigne tamquam specialis camerae servos: sed sicut debitum est, servient nobis tamquam domino suo et Romanorum regi. In Goslar war also der Judenschutz nicht wie in Hildesheim und später in Hameln und Hannover und in Rücksicht auf einzelne Juden …

  11. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 213

    213 districte precipiendo mandamus precise volentes quatinus deinceps annis singulis dictas sex marcas cum refusione neglecte pecunie ad reparacionem et structuram dicti palacii predictis nostris civibus assignare nullatenus ommittatis. Dat…

  12. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 214

    214 Brönneberg 1846 edirten hannoverschen Stadtrecht pag. 318 also lautete : „Van gnaden ludet 6er joden eeyt to hildensen aldus dat dek god so lielpe unde de ee de god moysi gaff uppe dem berghe synai unde sodan eet (Eid) plecht de jode to…

  13. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 215

    …hsen III, 34. 17) Vgl. Harland: Geschichte der Stadt Eimbeck I, 340 Xo. X und 382 No. LV, tt>i> es heißt: „Wy de Rad to Einbeck bekennet openbar in düssem breve .... dat Essera de yodde hefft verkofft an sinem Hufe, Hove unde stede, stande an der …

  14. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 216

    216 bei Riedel codex dipl. Brandenb. II, 3, 238. Vgl. auch Havemann loc. cit. I, 637. 23) Diese Nachricht befindet sich in dem im hiesigen städtischen Archive aufbewahrten Protocollbuche der Stadt Hannover de anno 1432—1450 pag. 314 aus dem…

  15. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 217

    VII. Die Juden unter Ferdinand II. Nach Aktenstücken in den Archiven der K. k. Ministerien des Innern und Aeustern von G. W o l f in W i e n. -yjQTWLtfo&w

  16. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 218

    Manschen und Dinge wollen von einem gewissen Standpunkte aus betrachtet sein, wenn sie gehörig gewürdigt und anerkannt oder verdammt und verbannt werden sollen. Wie Bilder wollen sie ein gewisses Licht haben, um den gehörigen Effekt hervorz…

  17. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 219

    220 zu studieren. Was waren auch die Juden, daß man sich mit ihnen hätte beschäftigen sollen! Spott und Verachtung war ihr Loos. Wenn man ihrer oder ihres Geldes bedurfte, hat man rechtmäßig, aufgesetzlichem Wege, oder unrechtmäßig sich ihr…

  18. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 220

    221 den Reichssürsten und Städten Streit erhob, wem die Berechtigung zustehe, diese Einnahmsquelle ausschließlich zu benutzen. Karl IV. z. B. hatte die Juden in Frankfurt a/M. der Stadt verkauft; bei den Türkenkriegen unter Kaiser Matthias …

  19. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 221

    222 Gesetz beachten, selbst wenn er fich unbewacht von Seite der Behörde weiß; in anderen Staaten hingegen ist die Achtung vor dem Gesetze eine bei weitem lockerere. Jeder hält sich berechtigt die Gesetze zu kritisiren und nach eigenem Gutd…

  20. 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 222

    223 dem er kanonische Gesetze umging. Ebenso hat er die Rechte der Einzelnen nach besten Kräften gewahrt. — Es ist nicht unsere Ausgabe zu untersuchen wie so es kam, daß Ferdinand, der eifrige Katholik, der die Protestanten so sehr bedrückt…