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254 leicht etwas verfallener, zwischen den spitzen Steinen des Hofes wuchs das Gras und die vorderste Thürschwelle war eingesunken, aber diese kaum merklichen Zeichen erhöhten den Eindruck des Unveränderlichen in diesem stillen Winkel: „Am …
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255 Also auch Urenkelfreuden waren in Sicht. Das Glück in diesem stillen Winkel schien unerschütterlich. Und dennoch — auch hier nagte der Wurm, der der Vergänglichkeit der Dinge, leise bohrend, die Pfade bereitet. Unermüdlich. Wühlend und …
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256 und las mit murmelnder Stimme: „Als nun Abraham neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott, wandle vor mir und sei fromm. . . Und ich will meinen Bund mit Dir machen und Dich sehr…
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257 blieb. Das machte sich zunächst nicht störend bemerkbar, denn Benjamin hatte nichts von dem lauten Kinderfrohsinn und der Lebhaftigkeit anderer Knaben seines Alters. Er war still und nachdenklich. Seine großen, blauen Augen richteten si…
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258 matik spielend eingeweiht hatte. Immer mit besonderen Schmeichelworten und unabhängig von Ort und Stunde." „Benjaminchen.... Benjaminleben.... Chochem. . . rnensa. . . inensae . . . mensae. . . rnensam. . . Komm in die gute Stub', dort …
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259 Zeit seines Schulbesuches hatte dies bewirkt, grade als er damals versuchte, sich seinen Mitschülern etwas zu nähern. Sein angebeteter Lehrer hatte nämlich einmal, als er eine besonders gute Arbeit gemacht hatte, zu den übrigen gesagt: …
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260 draußen ließen und mit leisem Schritt eintraten, auf weichen Sohlen, wie der Muselmann, wenn er zum Dienste Allahs die Moschee betritt. Etwas weiches, verweichlichendes lag in dieser Atmosphäre, wie von den müden, schlaffen Lüsten des O…
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261 solle ihn gewähren lassen. Seit jenem mißglückten Versuche ließ man ihm völlig freie Hand und immer mehr versenkte er sich in seine eigene Gedankenwelt. Die Eltern waren schon zu alt und auch sonst nicht so geeignet, ihn zu beeinflussen…
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262 sagen. Man muß takke noch froh sein, wenn sie nebenbei noch ä Blatt Gemore kennen." In so lange Auseinandersetzungen und Meinungsäußerungen hatte sich ihr Mann seit Jahren nicht eingelassen. Sie sah ihn bewundernd an. Wie recht hatte er…
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263 Es sind feine Koppe und Löbl Grosser ist ein Talmidchochem, wie seit lang keiner da war, wenn er auch ä Doktor ist.. . und alle studiren sie Philosophie . . . grad ä so, wie er. Was bild't er sich ein?" „Er will.doch nich'! Einmal Hab' …
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264 Wien und Berlin . . . und studirt hat er. Ausstudirt. Nix mehr von ihm gehört hat man. Und neilich erzählt Löbl Grösser, er Hab' in Halle beim Professor Johannes Heilpern Vorlesungen angehört ... zu sein Vergnügen über die Herzthätigkei…
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265 was ahnten sie davon in all diesen Jahren, was seine Seele bewegt, sein Inneres durchwühlt hatte? Alle diese bangen Zweifel und Fragen! Was verstanden sie von dem heißen Lebeusdrange, der in ihm gährte, sie — die Toten, die längst Abges…
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266 sich und sah den alten Mann mit großen, räthselhaften Augen an. .„Hübsch langsam und ruhig . . . das ist die Inschrift dieses Grabes." Matt, wie mit gebrochenen Gliedern ließ er sich auf einen Stuhl nieder. „Ich bring Dir ä Bischen Toka…
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267 sprach die Promenade entlang, die zwischen dem Nikolaierstadtgraben und dem Königsplatze sich hinzog. Es war der Rabbinatskandidat Dr. -Grosser und der SchwiegersohnvonSalomonHerzberg,RabbinerDr.Feilchenberg. „Ich wußte mir keinen ander…
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268 lich giebt es noch eine dritte Kategorie, die stkrben nicht daran und schütteln es nicht ab." — Er lachte fein nnd spöttisch. „Ich verstehe, was Sie meinen" ... „Die Zahl der Uebertritte wächst von Tag zu Tage — die verwinden es . . . I…
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269 und deshalb bat ich, mit Ihnen sprechen zu dürfen, bevor Sie zu ihnen gehen und bevor Sie Benjamin sehen." „Aber was ist'denn geschehen? Etwas Positives, Bestimmtes? Oder sind es nur die üblichen Jugendthorheiten, die ihn befallen haben…
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270 hoffentlich in einer recht großen! ,Das Wort Gottes!^ Wie ein Aufschrei klang es: ,Das Wort Gottes!^ Welches Gottes! Desjenigen, um den wir verfolgt, gepeinigt, verhöhnt werden, oder desjenigen, der. die Erlösung gebracht hatte . . . wi…
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271 dacht haben und geschaffen .... wer sind sie nur, diese andern?.Bis zum Höchsten haben ffie das Leben emporgelebt. Ein Leben höher, wie die Peterskirche in Rom. Nicht eine Kirche des Glaubens, den Dom des Lebens haben sie erbaut und er …
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272 „Und ich danke Ihnen, Herr Doktor." Ohne den Erzählenden mit einem Worte zu unterbrechen, den Kopf in die Hand ^gestützt, hatte der andere zugehört. „Es war doch wohl nöthig, daß ich hier zum rechten sehe. Man kann ihn unmöglich länger …
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273 Dunkeln. Die matte Milchglasglocke war mit einem grünen Papierschirm verhüllt. Frau Rebekka war im Nebenzimmer. Als sie das Geräusch der Eintretenden hörte, kam sie herein. Sie war über die unerwartete Ankunft des Schwiegersohnes sehr e…