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19161920
  1. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 574 · Die Lage und die Hauptforderungen der Juden

    …ns sowohl als Österreicher wie als Juden ganz und voll werden ausleben können. Judentum und Nationalismus 12 Thesen von Julius Bab, Berlin Vorbemerkung: Diese Thesen wollen nicht eine Debatte abschließen, sondern eröffnen. Ihre Kürze stammt also nich…

  2. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 575 · Judentum und Nationalismus

    575 des eigenen Volkstums als das wichtigste für die „^ahre" Förderung der Menschheit angesehen wird. Da daraus aber Folgerungen gezogen werden, die in jedem praktischen Fall das Recht aller anderen Bildungskräfte hinter dem Volksgefühl und…

  3. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 576 · Judentum und Nationalismus

    576 Setzungen Staatskult und Nationalismus wie Seelßorge und Theologie unlöslich miteinander verbunden. In einem ganz entsprechenden Verhältnis stehen Religiosität und Menschheit s g e f ü h 1. VI. Daraus folgt, daß Völker von un metaphysis…

  4. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 577 · Judentum und Nationalismus

    577 nur, daß der Kult dieser Lebensgemeinschaft als Ziel an sich (als Nationalismus!) der Grundkraft jüdischen Wesens genüge tun kann. Denn die, von allen Emanationen abgesehen,, völlig einzigartige Offenbarung dieser Kraft ist es ja, daß s…

  5. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 578 · Judentum und Nationalismus

    57S tum, dorn zuentwachsen doch ihr Wesen war! Und also befindet sich der Jude, der nahezu sein ganzes altes Volkstum in Religion umsetzte, der nichts draußen behielt, der groß eben als Träger eines „Gottesvolkesu ist, in einer gefährdeten …

  6. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 579 · Grundsätzliches zur deutschen Judenfrage

    579 anderes sind, als eine Konfession, es gehe daher prinzipiell nicht an, Sondereigenschaften oder Sonderleistungon der Juden als wesentlich für die Judenpolitik in die Debatte zu werfen. Daher geht dieso Richtung in mehr oder weniger beab…

  7. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 580 · Grundsätzliches zur deutschen Judenfrage

    580 Es soll nun hier., beileibe nicht untersucht und entschieden werden, "was an den vorstehend skizzierten gegensätzlichen Anschauungen richtig oder falsch ist.* Sind die Juden eine Rasse, ein besonderes Volk oder nicht? Sind Judentum und …

  8. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 581 · Grundsätzliches zur deutschen Judenfrage

    581 viele Deutsche heute mit absoluter Bestimmtheit von sich behaupten können, keinen Tropfen jüdischen Bluts in sich zu haben; es bliebe ferner die mannigfache Objektivierung jüdischen Geistes in deutschen Ideen und Einrichtungen (Religion…

  9. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 582 · Grundsätzliches zur deutschen Judenfrage

    582 er ihre Existenzberechtigung als Juden verneinte; nicht sichern, sondern untergraben sollte die Emanzipation den Fortbestand der jüdischen Gemeinschaft. Diese Erwartung des Gesetzgebers wirkt fort als Tendenz bei der Anwendung des Geset…

  10. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 583 · Grundsätzliches zur deutschen Judenfrage

    583 stimmt, sondern auch durch die Macht der Interessen, die der Verwirklichung der vollen Gleichbehandlung entgegenstehen. Sich dieser Tatsache verschließen, heißt wie der Vogel Strauß vor der unangenehmen Wirklichkeit den Kopf in den Sand…

  11. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 584 · Der Kahal in Polen im XVI. bis XVIII. Jahrhundert

    …acht des Rabbiners einzuschränken, gaben einzelne Gemeinden sogenannte „Geistliche Konstitutionen" heraus, wie z. B. in Opatöw im Jahre 166423) und in Lemberg mehrmals im XVII. und XVIIL Jahrhundert24). In Opatow wird beschlossen, den Rabbiner üb…

  12. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 585 · Der Kahal in Polen im XVI. bis XVIII. Jahrhundert

    …hamowiez zum Rabbiner ernennt. Kaum erhielt Simon das Rabbinat in Smotorycz, als er von Pogroschowski zur Rückkehr nach Satanöw und Übernahme des Rabbinats aufgefordert wurde. Simon verweigerte den Gehorsam und floh aus der Stadt. Die Schergen des…

  13. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 586 · Der Kahal in Polen im XVI. bis XVIII. Jahrhundert

    586 III. Der Darschan ist Prediger der Gemeinde, er trägt jeden Sabbat die Heilige Schrift vor; in Posen war er zugleich Richter und bezog im Jahre 1758 ein Gehalt von 5 fl. die Woche, im Jahre 1775 6 fl. und im Jahre 1779 14 fl. die Woche.…

  14. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 587 · Der Kahal in Polen im XVI. bis XVIII. Jahrhundert

    …m Wojewoden (Palatin) den Diensteid leisten, und aus der Eidesformel der Krakauer Syndici: Lob Sohn Mawci und Jakob aus Opatöw (22. April 1641) erfahren wir, daß diese Beamten Gerichtsvorladungen zustellten, visa reperta machten und dem adligen J…

  15. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 588 · Der Kahal in Polen im XVI. bis XVIII. Jahrhundert

    588 Die Kahalsapotheker bezogen in Krakau im XVII. Jahrhundert 100—150 fl. jährlich für die den Armen gelieferten Arzneien, und Meuschen Glaser, der „Doktor für Bruchleidende", bezog die Woche 17 Groschen und hatte freie Wohnung im Eekdesch…

  16. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 589 · Der Talmud und das Ghetto

    5&9 und anders deutet. Schlägt man einen Traktat auf, so findet man keinen eigentlichen Anfang und kein Ende. Es werden keine speziellen Meinungen geäußert, keine festen Thesen aufgestellt und keine unumstößlichen Lehrsätze geprägt. Jede Be…

  17. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 590 · Der Talmud und das Ghetto

    590 raathematische Knappheit im Ausdruck, die dem Scharfsinn und dem Deutungsvermögen des Lesers viel Spielraum bietet. Der Talmud hat einen, im gewissen Sinne, lexikalischen Charakter. Den Ordnern kam es darauf an, recht viel zu verzeichne…

  18. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 591 · Der Talmud und das Ghetto

    … Arbeit aller anderen gilt den Mittlen, cvx; Arbeit dieses einen — dem Sinne des Lebens. „Bankowskis Hoif* in Wilna Von Hermann Struck haben schon so viel vom Elend der Juden in den Ghettos Wfii von P°^en un(* Litauen gelesen, daß das Auge sich unwülig a…

  19. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 592 · Bankowskis Hoif in Wilna

    …s Hoif44 beschattet werden wie von schwarzen Krähenflügeln. — Streiflichter über jüdische Religion und Wissenschaft Von Hermann Cohen 15. Eine Selbstanzeige fllJjon keinem meiner Bücher habe ich jemals, eine Selbstanzeige S<$H gemacht, hier aber möchte …

  20. 1917-07-25 · Heft 20 (25.7.1917) · p. Seite 593 · Streiflichter über jüdische Religion und Wissenschaft

    593 f orderung gewendet, zugleich mit dem Pfarrer Nithak-Stahn.an der hiesigen Kaiser-Wilhelm-Gcdächtniskirche über das Thoma „Was einigt die Konfessionen?" Vortrag zu halten1). Da man keine Gelegenheit zur Verständigung vorschmähen soll, h…