Mannheim
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19261929
  1. 1927-01-01 · Heft 3 · page 87

    entgegennehmen können. Aber weil erst und noch von Leidenschaft geschwellt schüttete der Trunkene, als die Trunkenheit ihm entweichen wollte, selb sich aus von dem Gott, gegen den Gott, der ihn abzuschütteln Lust zeigte: hielt ihn wütend fe…

  2. 1927-01-01 · Heft 3 · page 88

    scabellum pedum tuorum" - der Herr sprach zu meinem Herrn: setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße -: die Anfangsworte des heiligsten Psalms der Christenheit, auf die Jesus und sein Apostel die gö…

  3. 1927-01-01 · Heft 3 · page 89

    schleudert waren, die im Land der konstanten Gesetz-Religion auch das Karneval-Lachen noch in Ordnung einschnürte. Denn nunmehr darf ich gestehn, daß, soviel wir wissen, in Babylonien selbst der Karneval noch nicht alle die Entwicklung geno…

  4. 1927-01-01 · Heft 3 · page 90

    …en, wie Nebo in Nebukadnezar, wenn Nebukadnezar Nebos Insignien angelegt hat. Wir dürfen nur einen Aeschylos nicht nach Aristoteles beurteilen; beurteilen wir doch auch Shakespeare nicht nach Voltaire. 0 weh aber, wie war die Glaubensbereitschaft des …

  5. 1927-01-01 · Heft 3 · page 91

    sie furchtbarer Täuschung ausgesetzt! So furchtbarer, daß die Angst hiervor alle bisherigen Geist-Gewalt-Taten der Menschheit noch überkrampfte: aufs äußerste strengte die Seele die Kraft ihrer Leidenschaft an, die tödliche Ernüchterung fer…

  6. 1927-01-01 · Heft 3 · page 92

    die Prophetie: die Prophetie, daß der neue Gott erscheint, der die Begeisterung durchrettet in eben der Wende, da sie rettungslos enttäuscht und verloren scheinen muß; und nicht nur eben durchrettet, sondern herrlich hochhebt, da er selber …

  7. 1927-01-01 · Heft 3 · page 93

    Tobens - die Geschichte Griechenlands schließt mit Alexander! - war jede dionysische Griechenbrust beteiligt. Was jetzt noch fortklang, war neuartiges Lachen: das silberne absolute Glück-Lachen: absolutiert aus dem relativ glücklichen Lache…

  8. 1927-01-01 · Heft 3 · page 94

    sondern sich umschaun nach Kraft zu einer besseren Zeit. Der majestätische Rausch der Welt-Herrschaft hielt nicht stand. Und die Menschheit ergriff einen noch schärferen - aber keinen schöpferischen mehr, einen entsagenden: den Rausch der A…

  9. 1927-01-01 · Heft 3 · page 95

    oder zu einem Qualgefühl oder zu einem Hohn, die alle ihm die Seele nicht mit der Energie laden würden, die ihm eingewöhnt ist, deren er bedarf. Und dann mögen wir ahnen, daß neue Krisen vor uns stehn; aber eben dazu die alten betrachten, d…

  10. 1927-01-01 · Heft 3 · page 96

    EDGAR DACQUfi DIE U RSINNE SSPHÄRE Das empirisclie Erkennen unserer Umwelt als eines äußeren Seins und Geschehens hängt von unseren Sinnen ab, und die Art dieser Umwelt sowie unser Verhalten darin entspricht den spezifischen Sinnesqualitäte…

  11. 1927-01-01 · Heft 3 · page 97

    einen Mechanismus bezeichnet, aber nicht als Erlebnis begriffen würde. Es ist so, wie wenn man einem von Natur Blinden die rote Farbe verständlich machen wollte und ihn lehrte, daß rotes Licht aus Ätherschwingungen von soundsoviel Millionst…

  12. 1927-01-01 · Heft 3 · page 98

    seite, daß im Geruchsorgan noch eine ganz anders geartete Perzeptionsfähigkeit mit enthalten ist, die beispielsweise beim Hund eine erhöhte Bedeutung hat, Sie äußert sich, wie auch bei manchen anderen Tieren, als Wittern, und dies zuweilen …

  13. 1927-01-01 · Heft 3 · page 99

    … ein Wirbeltier so, daß man alles oberhalb des Zentralnervenstranges (Gehirn dorsal, alles darunter Gelegene als PiNEAL OMAN R/£(J40ftäAN PiNEAL' 0&6AN ^HYPOPHYSE tiEiH- OkäAN HYPOPHYSE OSEPÜPPE und Rückenmark) Gelegene als ventral bezeichnet, …

  14. 1927-01-01 · Heft 3 · page 100

    Stadien seiner Sinnesentwicklung selbständig in einer Umwelt leben müßte, „riecht" oder „wittert" also bereits zu einer Zeit, wo es weder durch Augen von weiß und farbig, noch durch Ohren von laut und leise, noch durch Geschmack von bitter …

  15. 1927-01-01 · Heft 3 · page 101

    Aber das ist noch nicht alles. Denn ebenso, wie sich vor der Entfaltung des Großhirns der Nasal- und Hypophysensinn miteinander anlegen, geht es auch mit zwei anderen Organen auf der dorsalen Gehirnseite: dem Pineal- bzw. Parietalorgan und …

  16. 1927-01-01 · Heft 3 · page 102

    C V--" X' £>G c c r C cc o.c, c °rcc / «■ >;<- -O ,-r:t ^---v o occ / .^>r^*|°c cccr c 9,-u Q ""er r - cM° , r . ,N; c co^* i <c;c c &c.Vc5^ &;c ■: <; v!,^c r c 0. o co r •vV- ---- cc Fig. 6. Schädeldach eines Panzerfisches aus der Mitte de…

  17. 1927-01-01 · Heft 3 · page 103

    weislich zurückgebildet. Jene beiden Öffnungen im Schädeldach der Fig. 6 sind also wohl keine Normalaugen, sondern Öffnungen für andere Organe, wenn auch von augenartigem Bau. Nun könnte man allerdings sagen, jene Krebsformen beweisen nicht…

  18. 1927-01-01 · Heft 3 · page 104

    bestehende Sinnessphäre vor uns, die zeitlich-stammesgeschichtlich vor der Großhirnentfaltung liegt und die, wie wir gerade durch die Bezugnahme auf gewisse fossile Tierformen sahen, auch einmal wirklich als solche funktioniert haben könnte…

  19. 1927-01-01 · Heft 3 · page 105

    Wir sahen, daß sich mit jenem ventralen Sinnesorgan der Hypophyse schon gleichzeitig die dorsalen Zirbel- und Paraphysendrüsen voll anlegen. Dann erst bildet sich der eigentliche Gehirnschädel aus, und zwar sowohl embryonal, wie lebensgesch…

  20. 1927-01-01 · Heft 3 · page 106

    …t gefunden ist. Wenn die heutige Psychiatrie dazu neigt, in ge- 354 ^ZIRBEL V VOIOIRSEL PARAPHYSE (PAÜETMr RtäWORüAN ') OMAN / HYPOPHYSE UZMUND Fig. 9. Schema der Anlage der Ureinuesfcjihare mit darüber gedecktem Schädel ejn^s Panzerh^hes, dess…