Mannheim
Compact Memory

Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 3 · page 103

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 3
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 103)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2823768-2823775-2823779--0850-2824800
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

weislich zurückgebildet. Jene beiden Öffnungen im Schädeldach der Fig. 6 sind also wohl keine Normalaugen, sondern Öffnungen für andere Organe, wenn auch von augenartigem Bau. Nun könnte man allerdings sagen, jene Krebsformen beweisen nichts für einen Panzerfischschädel und dessen Öffnungen, weil ein Krebs kein Wirbeltier und deshalb die „Schädel44 beider nicht homolog sind, also zusammen nicht verglichen werden können. Doch selbst wenn man diesen Einwand zugeben wollte, bliebe doch die Tatsache bestehen, daß die Krebsaugen vorne am Kopfschild biologisch Analoga von Wirbeltieraugen sind und daß jene zwei oben aufsitzenden Ozellen ihrer Lage nach an das Doppelloch der genannten Panzerfische erinnern. Ferner zeigt sich noch bei einer dritten verwandten Panzerfischform (Fig. 8) genau an der Stelle dieser zwei zentralen Ozellen eine zusammenhängende Öffnung von quer sanduhrförmiger Gestalt, aber sekundär durch ein loses Knochenplättchen geteilt, woraus hervorgeht, daß diese Stelle ihrer Anlage nach also ein unpaares Loch ist. Von alledem auf unseren erstgenannten Panzerfischschädel rückschließend (Fig. 5) mit seinen drei hintereinanderfolgenden Öffnungen dürfen wir darum mit einiger Wahrscheinlichkeit nun sagen, daß auch dessen scheinbar gedoppeltes Mittelloch nicht paarigen Normalaugen entsprochen hat, sondern daß es der Vorzirbel entsprach, die in einem solchen Fall mehr zu zweiseitiger Ausbildung neigte. Wir haben es mit O H C? Ozellen bzw. parietalen Organöffnungen zu tun, wenn auch ihre einstige Füllung den Bau von Augen aufwies, wie das Scheitelauge der Reptilien und Altamphibien. Auch die in Fig. 2 dorsal vom Gehirn liegenden Organe sind nun im c? o H Embryonalzustand heute lebender niederer Fischformen nachweislich früher da als das echte Normalauge und das Gehörorgan. Auch sind sie schon in einem Stadium der Gesamtkopfentwicklung vorhanden, wo die oben besprochene, ventral gelegene Hypophyse mit dem Urnasenorgan noch frei daliegt, und jene noch nicht nach innen verlagert ist. Wir haben also hier in der Gesamtheit eine periphere Zone von Ursinnesorganen. Bedenkt man nun, daß zur Zeit dieses freien Daliegens aller jener peripheren und später nach innen verlagerten Organdrüsen das Großhirn als Sitz der Reflexionstätigkeit noch nicht entwickelt ist, so haben wir hier eine ganz ursprüngliche und aus verschiedenen Teilen 351

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.