Mannheim
Compact Memory
1,405 pages · page 39Sort: oldest first · newest first
Pages per year (click a year to narrow down)
486
19261929
  1. 1927-01-01 · Heft 3 · page 27

    Menschenbildung, die nicht Fata morgana ist, wurzelt daher in der „Wohnstube". Das ist ihre Einfachheit. Was uns heute nottut, ist „ein erhabener Rückschritt zur . . . Einfachheit der Wohnstubenbildung'4 in ihrer Lebensnähe (10, 567). Das i…

  2. 1927-01-01 · Heft 3 · page 28

    nicht ganz eintrocknen, daß die Kräfte des Ursprungs niemals ihr völlig versiegen möchten. Aber wir dachten auch daran schon, daß es eigentlich nur ein Punkt in der Zeit ist, in dem diese Quelle voll strömt. Schon im Kindeszustand, des Mens…

  3. 1927-01-01 · Heft 3 · page 29

    er ringen kann, ist das Gleichnis solcher Einheit und Unmittelbarkeit des Aktes in der Ordnung und Eindeutigkeit des Lebensinhaltes. Zwei Stadien können wir in solchem Ringen unterscheiden, wiewohl sie im Leben mannigfach ineinandergehen mö…

  4. 1927-01-01 · Heft 3 · page 30

    Lebensinhaltes mit der verborgenen Einheit des Lebensaktes, Die Glockenklänge dieser Einheit, die Klänge der Höhe und der Tiefe, möchten wieder neu ineinanderklingen, sie alle, auch die verschüttet und versunken waren. So entdeckt der reife…

  5. 1927-01-01 · Heft 3 · page 31

    bewußt werde, um hinfort nicht in der Unfreiheit des Naturkindes, sondern in der Freiheit des Gotteskindes seinen Schöpfungsauftrag auszurichten. Das Ziel kann darum nicht neue Naivität sein, wohl aber neue Kindeseinfalt in Einheit und Unmi…

  6. 1927-01-01 · Heft 3 · page 32

    uns auf in den Dienst der einen Kraft an der andern, des Willens an der Gnade, des sterblichen Mannes am ewigen Kinde. Aber so stellt es sich uns dar nur bei Verlängerung der Linien über die Grenze möglicher Erfahrung hinaus. Was wir erfahr…

  7. 1927-01-01 · Heft 3 · page 33

    JOSEPH WITTIG IM ANFANG Wenn mein Vater einen Brief an seine in Breslau lebende Schwester Agnes schreiben wollte, kamen ihm immer zuerst die Worte ein: „Es ist endlich an der Zeit, daß ich die Feder ergreife, um einige Zeilen an Dich zu sch…

  8. 1927-01-01 · Heft 3 · page 34

    die Wirtschaft war in sechs Felder geteilt und hatte im Westen eine große saure Wiese und im Osten eine kleine süße. Mehr als ein Dutzend Nachbarn lebten ringsumher, wiederum mit vielen Kindern, Tieren, Feldern und Wiesen. Und im Dorfe ware…

  9. 1927-01-01 · Heft 3 · page 35

    stimmte Zeit gebunden; sie flattert nicht mehr lose in Zeitlosigkeiten, erhebt keinen Anspruch auf ewige Gültigkeit, sondern fügt sich in Demut dem Schicksal, daß auch das Wahrste zunächst nur heute gilt; sie irrt aber auch nicht nackt umhe…

  10. 1927-01-01 · Heft 3 · page 36

    mit Hilfe des Datums leichter in die Akten oder in eine Briefsammlung geordnet werden könnte, oder auch dies, daß vielleicht doch das oder jenes zu schreiben ist, was vom Datum her eine genauere Zeitbestimmung empfängt. Immerhin sind auch s…

  11. 1927-01-01 · Heft 3 · page 37

    vollen Weg oder Sprung zum lebendigen Worte zu beschreiben. Gern will ich auch zugeben, daß ein Prediger oder Briefschreiber, besonders wenn er darauf aufmerksam wird, mit starker Beherrschung die äußerem Zeichen seiner unwillkürlichen Ehrf…

  12. 1927-01-01 · Heft 3 · page 38

    Reich geistiger Schöpfung wird heutzutage meist verdeckt. Bücher, deren Vorrede überschrieben ist mit den Worten: „Mein lieber Leser" sind gewöhnlich schon sehr alt. Bücherschreiber von heute genieren sich, den „wohlwollenden Leser" anzuruf…

  13. 1927-01-01 · Heft 3 · page 39

    eine Scheidung der Zeiten geschieht. Er denkt an die Zeit, und er muß, wenn er sich den Urgesetzen seines Wesens noch nicht entzogen hat, ein Wort davon sagen. Es ist bekannt und oft belacht - eben weil es so echt menschlich im wahrsten Sin…

  14. 1927-01-01 · Heft 3 · page 40

    durchdacht sei, dann könne man auch darüber schreiben. Das ist alles ganz richtig, wenn dem Schreibenden das erste Wort gegeben worden ist in der Form eines Themas, über das geschrieben werden soll. Aber wenn nur der Befehl gekommen ist: „S…

  15. 1927-01-01 · Heft 3 · page 41

    „Schreibe!44 Und alles bot sich an, alles bewarb sich, alles wollte mir Tür und Tor sein, damit ich einen Eingang fände. Ich wandelte lange auf dem schmalen Wege, der auf hohem Rande den Erlengrund begleitet. Es war mir, als ginge ich am Uf…

  16. 1927-01-01 · Heft 3 · page 42

    im Ursprung ihre Werke mit solcher Inbrunst, daß sie währenddes kein Ohr mehr hatten für irgend etwas anderes? Daß sie während des Werkes auf nichts hörten und nichts anderem gehörten? Wenn die Wortschöpfungen mehr sind als rein willkürlich…

  17. 1927-01-01 · Heft 3 · page 43

    …s ist uns offenbart, daß Gott das Alpha und das Omega aller Dinge auf Erden und im Himmel ist, der Anfang und das Ende. Basilius der Große sagt in seinem „Sechstagewerk", der Anfang sei keine Zeit. Was ist er also? Basilius müht sich in einigen Sätzen zu bew…

  18. 1927-01-01 · Heft 3 · page 44

    das Wort . . Von beiden Sätzen sagt man, daß sie den gesamten Inhalt des von ihnen eingeleiteten Buches wiedergeben. Auch am sechsten Tage schaffe Gott noch den Himmel und die Erde; auch im letzten Kapitel des Johannesevangeliums sei noch d…

  19. 1927-01-01 · Heft 3 · page 45

    fang verleugnen und verbergen. Alle Völker, die Gott erkannten, die ihn an sich fingen, erkannten ihn in diesem Anfang als den Schöpfer des Himmels und der Erde, als Erlöser erst in der Fülle der Zeiten. Nur einzelne Menschen, wie die Marzi…

  20. 1927-01-01 · Heft 3 · page 46

    Menschheit erhebt sich die Frage: „Wer macht den Anfang?44 Die Menschen wissen also, daß Entscheidung, Schuld, Ehre, Wagnis im Anfang verborgen und offenbar wird. Die Frage nach dem Anfang, dem Prinzip, dem ersten Grunde bestimmt die gesamt…