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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 3 · page 44

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 3
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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das Wort . . Von beiden Sätzen sagt man, daß sie den gesamten Inhalt des von ihnen eingeleiteten Buches wiedergeben. Auch am sechsten Tage schaffe Gott noch den Himmel und die Erde; auch im letzten Kapitel des Johannesevangeliums sei noch das Wort bei Gott, und Gott das Wort. So wäre also auch hier im Anfang alles eingefangen. Es geschieht alles im Anfang, und die Zeit ist wie eine Augenlinse, durch die eines nach dem anderen sichtbar wird; sie ist eine der Ordnungen, die sich in dem wunderbaren Fange findet. In einem einzigen Zuge fängt der Fischer tausend Fischlein. Dann nimmt er eines nach dem anderen aus dem Netz und betrachtet sie und zählt sie. Wer ist nun aber der Fänger, und was ist der Fang bei diesem Anfang? Ich glaube, daß man sich zu schnell entschlossen hat zu sagen, es sei der Anfang der Zeit oder der Welt, so daß Zeit oder Welt entweder Fänger wären oder Fang. Man wird überhaupt diese Frage verachten, indem man spricht: Weder der Verfasser der Genesis noch der des Johannesevangeliums hat das deutsche Wort Anfang gebraucht; dieses Wort ist erst bei der Übersetzung der beiden Bücher ins Deutsche an die Spitze der beiden Bücher gesetzt worden, und als dies geschah, hat weder Übersetzer noch Leser bei „Anfang44 an ein Fangen oder einen Fänger oder einen Fang gedacht; dieses Wort sei damals schon ein reiner Terminus technicus gewesen, und sein damaliger Sinn habe nichts mehr zu tun gehabt mit den ursprünglichen Erfahrungen und Vorstellungen, die sich aus ihm etwa noch erraten lassen. Ich traue indes dem Geiste, der unsere Sprache geschaffen und uns in dieser Sprache die Heiligen Schriften geschenkt hat, stärkeres Leben und zuverlässigere Kraft zur Übermittlung des Sinnes und Wortes zu. Wir verbinden noch jetzt mit dem Worte Anfang die Vorstellung von etwas Schwerem und Ernstem, indem wir sagen, daß aller Anfang schwer sei. Fänger kann auch der heilige Schriftsteller sein, der geschrieben hat: ,.Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.44 Das ist der Fang, den er an sich gebracht. Wenn wir Gott einfangen in unser Netz, dann ist der Himmel und ist die Erde als von ihm geschaffen erkannt und wahrhaftig für uns von ihm erschaffen. Wie es mit denen ist, die jenen An-fang noch nicht hatten, das weiß ich nicht. Himmel und Erde müssen für sie etwas wesentlich anderes sein als für uns, und ich glaube, daß zwischen ihnen und uns keine Verständigung möglich ist. Falls es überhaupt solche Menschen gibt. Es gibt vielleicht nur solche, die ihren An- 292

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