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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 3 · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 3
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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er ringen kann, ist das Gleichnis solcher Einheit und Unmittelbarkeit des Aktes in der Ordnung und Eindeutigkeit des Lebensinhaltes. Zwei Stadien können wir in solchem Ringen unterscheiden, wiewohl sie im Leben mannigfach ineinandergehen mögen: das Stadium des werdenden und das des reifenden Mannes willens. Werdender Mannesuille pflegt in seinem Ringen die Einheit des Inhaltes allein zu sehen. Seine tiefe Verbundenheit mit der verschütteten Einheit des Aktes bleibt ihm noch verborgen. Erinnern ist ihm Besinnung, Anstoß, nicht mehr. Das aus der Besinnung sich erhebende Ideal scheint ihm aufzusteigen au> ferner, eigner Welttiefe, es bannt seinen Blick in die Zukunft allein, aus der es ihn grüßt, ihm gebietet. So vergißt er. was dahinten ist, und -treckt sich allein nach dem, das vorne ist. Kreatürlichkeit ist ihm Erdenrest, über den der Geist hinausdrängt: Ich bin, der ich sein werde'. Es ist der Manneswille in seinem konstruktiven, seinem nur ethischen Stadium. Seine Einfalt ist die große Vereinfachung, die aus dem Willen zur Ordnung, aus Rationalität entspringt. Ihr wäre Zurückgleiten ins Irrationale der Kindeseinfalt, wenn es möglich wäre, Sünde. Zur Naivität gibt es keine Rückkehr und darf es keine geben. Dem Mündigen ist sein Weg, wo er einst auch enden möge, gewiesen allein über die große \ereinfachung im Rationalen, über die Manneseinfalt. Gibt es für ihn neue Kindeseinfalt, dann liegt sie nicht vor, sondern jenseits der Manneseinfalt, im Lichte ihrer Strahlen. - Heimweh führte ihn auf diesen \\ eg, Erinnerung an versunkene Kindheit und verklungene Kindeseinfalt. \\ ohl ihm darum, wenn die Hüter seiner Kindheit diese Einfalt ihm lange bewahrten, frühem Reifen wehrten! Um so mächtiger nur wurde das Erinnern, um so tiefer die Sehnsucht! Lange Kindheit ist Lebensreichtum, weil sie ins Leben starkes Erinnern pflanzt und tiefe Sehnsucht. Aus dem werdenden aber wird der reifende Mannesiville. >ein Reifen ist, daß er das verborgene Band erfühlen lernt, das die Einfalt des Kindes mit der des Mannes verbindet. Nicht, daß er an diesem Bande nun die Kraft und Klarheit der Manneseinfalt hineinziehen wollte in Schwäche und Dämmerung! Wille bleibt Wille und Klarheit Klarheit. Aber wachsender Blicktiefe beginnt das Auge aufzugehen für den verborgenen Zusammenhang der Manneseinfalt, deren Klarheit bis hierhin den Blick allein bannte, mit der verschütteten Einfalt des Kindes, für den wesenhaften Zusammenhang der offenbaren Einheit des im Ideal geschauten

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