Mannheim
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19261929
  1. 1927-01-01 · Heft 2 · page 33

    diesem Bewußtsein, wenn nur die Mission als Verantwortung begriffen wrird, die Voraussetzung für eine aus tiefem Grund als notwendig erkannte Zusammenarbeit der Nationen, die Verankerung eines Weltgefühls in einer Erlebniswirklichkeit statt…

  2. 1927-01-01 · Heft 2 · page 34

    erhalten. Sie haben sich - das Wort ist nicht zu groß - unter das Gesetz eines „Stirb und Werde" zu stellen, um eine Gestalt zu finden, die gesteigerter Ausdruck ihres Erbes ist und gleichzeitig die Welt umschließt - nicht mit einer schönen…

  3. 1927-01-01 · Heft 2 · page 35

    erhörtes: ein Schritt über die für unser Bewußtsein als Wirklichkeit faßbare Lebensgemeinschaft hinaus, die Aufhebung des - immer streitbaren - politischen Ich, die in der Tat den Anbruch des Tausendjährigen Reichs bedeuten würde, das heißt…

  4. 1927-01-01 · Heft 2 · page 36

    EUGEN ROSENSTOCK: KIRCHE UND ARBEIT Eine Rede1) Wenn heute in Deutsehland Mensehen zusammenkommen, geht es immer um das Wiedergewinnen der Ruhe. Die Bewunderung für die Betriebsamkeit ist aus unseren Herzen gewichen, aber nicht aus den Musk…

  5. 1927-01-01 · Heft 2 · page 37

    Dies ist allerdings bis vor kurzem so gewesen. Noch im 19. Jahrhundert, noch innerhalb des Sozialismus selbst, gibt es keine theoretische, geistige Aufhellung der Arbeit an sich, in ihrer reinen Tatsächlichkeit. Deshalb schien es genug, die…

  6. 1927-01-01 · Heft 2 · page 38

    Dienst stellt, tut dies als geistiges Glied im Heer der wissenschaftlich auf Naturforschung ausmarschierten Menschheit. Er dankt es einem zentralisierten, theoretisch beherrschten, durch Zusammenwirken aller Geister und Schulen erzeugten al…

  7. 1927-01-01 · Heft 2 · page 39

    sagt man heute mit Recht. Höchstens müßte man daran das Wort „Lebensgestaltung46 durch Totengestaltung ersetzen. Wir wollen nicht auf die Tafel der Werte näher eingehen, die in dieser Arbeitskunde beschlossen hegt. Denn dringender ist es, d…

  8. 1927-01-01 · Heft 2 · page 40

    tig. In diesem Berufsleben bewährt sich nun die Sittlichkeit des Einzelnen, seine Moral. Das Reich der Wirtschaft ist also auch das Reich der Sittlichkeit, wie man seit Schleiermacher es nennt. Luther sagt: das des Gewissens. Das ist das Be…

  9. 1927-01-01 · Heft 2 · page 41

    Die wildeste Sozialdemokratie vollstreckt in sich selbst noch ganz naiv diese beiden Reiche des Innen und Außen. Der deutsche Mensch hat es noch heute im Gefühl, als ob hinter ihm ein Polizist stände, als ob er aus zwei Hälften bestehe: hie…

  10. 1927-01-01 · Heft 2 · page 42

    drücklich geordnet werden muß, während es bisher selbstverständlich war. Heute bleibt die Arbeit nicht mehr unter der Hand des Berufes, sie sagt: Ich bin da, auch dort, wo nicht Beruf oder Dienst ist; dann bin ich berufslose, treulose, nack…

  11. 1927-01-01 · Heft 2 · page 43

    Unmasse Menschen, für viele Millionen, ist der Wirkungskreis nicht mehr da, der dem lutherischen Beruf entspricht. Es ist so, daß der Beruf überall angekränkelt wird, weil die von den Individuen aufgebaute Wirtschaft heute ihre Eigengesetzl…

  12. 1927-01-01 · Heft 2 · page 44

    Gesetzes wird. Der soziologische Bereich, der der lutherischen Predigt zugeordnet war, damit sich die reine Innerlichkeit auswirken könne: das Haus, der Beruf, das Handwerk, das Gewerbe, das Amt verlieren ihren freien Charakter. Uberall müs…

  13. 1927-01-01 · Heft 2 · page 45

    alten Kirche von vor 1517 auch für den Evangelischen folgendes unbestritten erhalten geblieben: Schrift Dogma Sakrament (hierunter verstehe ich auch den Kultus, auch Ostern, Pfingsten, Weihnachten, also das Kirchenjahr usw.) Mission (nicht …

  14. 1927-01-01 · Heft 2 · page 46

    eine Zusammenarbeit der Menschheit, eine einheitliche Erziehung des Menschengeschlechtes. Und in einem Gottesreiche kann auch die Kirche nur als Una Sancta erscheinen. Das Volk Gottes baut das Reich Gottes. Es ist der Gedanke eines Weltvolk…

  15. 1927-01-01 · Heft 2 · page 47

    Wenn einer Schnaps fabriziert, Gummiartikel und ähnliches, so sagt mir solch ein Theologe: das ginge den Arbeiter nichts an. Er habe nur für seine Familie zu sorgen. Dadurch bringt man aber den Menschen völlig um seine Würde, um sein Urteil…

  16. 1927-01-01 · Heft 2 · page 48

    jetzt einfach logisch durch. Sie sieht nicht, daß ein Stück Freiheit, die damals bestand, heute nicht mehr besteht. Diese Deduktion ist lieblos. Zur Liebe gehört, daß ich das Leben unmittelbar auffasse, wie es besteht oder zerfällt. Die Ver…

  17. 1927-01-01 · Heft 2 · page 49

    arbeit eine Kunst der Pausen, eine Kunst des Rhythmus, einfach aus y « Angst sich zu zerarbeiten. Dieser Esel Mensch wird jetzt nicht mehr durch den eigenen Geist immer wieder ins Leben gerufen, sondern bei einer solchen nur gliedhaften Arb…

  18. 1927-01-01 · Heft 2 · page 50

    …chnitt dieser Band- und Fließarbeit, in der wir alle stehen, in der wir längst drin sind. Die Band- und Fließarbeit von Henry Ford ist nur die letzte saubere Durchführung bis ins kleinste dieses allgemeinen Zustandes. So empfinden wir in der Wirtscha…

  19. 1927-01-01 · Heft 2 · page 51

    …gesordnung. Denn jedes iUter arbeitet anders. Mit 10 Jahren arbeite ich anders, sparsamer, als mit 30 Jahren. Ich suche allerhand Vereinfachungen. So geht es durch das ganze Leben. Ich bin überzeugt, daß ich auch weiter meine Arbeit in jeder Lebenss…

  20. 1927-01-01 · Heft 2 · page 52

    ,.müßte" liegt etwas, was die Alten nicht gekannt haben, was ein Professor oder Pastor vor 100 Jahren gar nicht verstanden hätte. Das „müßte" ist der Beweis, daß man die Arbeit, die man tut, und die sehr stark aus Schreibmaschine besteht - …