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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 2 · page 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 2
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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Dienst stellt, tut dies als geistiges Glied im Heer der wissenschaftlich auf Naturforschung ausmarschierten Menschheit. Er dankt es einem zentralisierten, theoretisch beherrschten, durch Zusammenwirken aller Geister und Schulen erzeugten allgemeingültigen Wissen, daß er die Erdkräfte auch an seinem Teil verwerten kann. Daher wird in der neuen Zeit Wissenschaft angerufen und beschworen, wo immer „der Mensch" neue Kräfte im Kampf mit „der Natur44 sich Untertan machen will. Die Arbeitskräfte als Teile der Natur werden heut „rationalisiert44. Menschenbewirtschaftung wird studiert; dies Studium mag angesichts der Sprödigkeit des „Materials44 schwierig sein. Trotzdem ist es das Teilstück im Prozeß „des Menschen44 gegen „die Natur44, für das heut Termin ansteht; ohne seine Bewältigung kann der Prozeß nicht weitergeführt werden. Es gibt daher kein Ausweichen vor „Arbeitswissenschaft44. In dieser Arbeits Wissenschaft ist die Arbeitskraft Objekt, der Forscher Subjekt. Das bedeutet: im Forscher konzentriert sich der seelische Gehalt aller Arbeit. Denn er allein wird ihr Subjekt. Wo unrationell, unwissenschaftlich und individuell gearbeitet wurde und wird, hat der arbeitende Mensch die Freude und die Mühe, seine Kraft zur Arbeit selbst zu disponieren und einzusetzen. Die Arbeit, die seine Hand tut, bleibt „beseelt44, wie das heut genannt wird, weil der Mensch um ihr Gelingen zittern muß. WissenschaftÜch erforschte Arbeit muß gelingen. Die Arbeitsforscher allein hatten, während sie forschten, die Freuden und Schmerzen der Ungewißheit, ob sich das Gesetz der Arbeit wird enträtseln lassen. Nicht der moderne Großbetrieb entseelt die Arbeit. Er spiegelt vielmehr nur die Konzentration der Arbeitsfreude auf die Schar der Forscher, Erfinder und Entdecker der „Naturkräfte44. Jedes Objekt rationaler Wissenschaft wird kraft dieses Schicksals zum Gegenstande seines Subjekts, zur Sache einer andern Person. Damit hört es selbst auf, Person oder Subjekt zu sein. Flamme und Eisen, Hund und Pferd, Weizen und Dornbusch, Kirche und Berg sind einer unwissenschaftlichen Zeit Personen und Subjekte. Seitdem und soweit sie Gegenstände der Forschung, Wissenschaft und Technik wrerden, werden sie unpersönliche, tote Sachen. Die Arbeitskraft rückt ein in dieses Totenreich der Natur. Die Menschenmassen teilen heut das Los der Kreatur, das sie als „der Mensch44 des transzendenten Idealismus der Kreatur bereitet haben. Die Arbeitskräfte sind „versachlichte44, „unpersönliche44 Objekte rationaler Lebensgestaltung. So 160

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