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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 2 · page 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 2
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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eine Zusammenarbeit der Menschheit, eine einheitliche Erziehung des Menschengeschlechtes. Und in einem Gottesreiche kann auch die Kirche nur als Una Sancta erscheinen. Das Volk Gottes baut das Reich Gottes. Es ist der Gedanke eines Weltvolkes, das alle Menschen umfassen muß, auch wenn es rein eschatologisch zu verstehen wäre. Da ist weiter der Traum von Weltfrieden, der genannt werden muß. Dann die Zusammenarbeit der Menschheit, aber auch der dritte Glaubensartikel von der una sancta, der einen Kirche als Hoffnung, als Wachstum des Reiches Gottes. Und nun zwei Dinge, die mir auch hierher zu gehören scheinen. Daß das Evangelium von allen immer wieder aufgenommen wird und wie ein Sauerteig die ganze Völkerwelt durchwirkt, daß äußert sich am eindringlichsten im Begriff einer Erziehung des Menschengeschlechtes, einer inneren, immer wiederholbaren Heranbringung des Reiches Gottes an die Menschen, Erziehung im weitesten Sinne gefaßt. Und unter der Reich-Gottes-Verheißung, da ein Hirt und eine Herde ist, da Lamm und Löwe zusammenliegen, birgt sich doch auch mit: die Erlösung vom Fluch der Arbeit. Irgendwie muß der Fluch, mit dem Adam belegt worden ist, bei der Austreibung aus dem Paradies in Segen verwandelt werden. Es ist bei der Austreibung doch die Arbeit selbst gemeint gewesen, nicht der geistige Beruf, sondern die Arbeit im Schweiße des Angesichts, die Arbeit, über die der Tagelöhner seufzt (Hiob 7, 2 ff.), so daß also die Arbeit erlöst werden muß, ehe sie ein Segen werden kann. Nun lasse ich das andere alles fort, was es im Reich Gottes geben wird, und wende mich nur der Arbeit zu. Ich erinnere nochmals, die Tafel von der Freiheit zerbricht heut sachlich, nicht durch unseren Willen. Hier muß ich polemisch werden. Es ist ein schweres Unglück, das von der evangelischen Kirche diese Tafel so naiv fortgesetzt wird. Man sagt etwa: die lutherische Lehre vom leidenden Gehorsam erstreckt sich auch auf die Eigengesetzlichkeit der Wirtschaft. Dann ist alles wunderschön, dann überweisen und überwälzen wir eigentlich alles, was vom leidenden Gehorsam in der Außenwelt gilt, auf die Welt der Wirtschaft, und dann hat der Einzelne keine Verantwortung mehr, sondern er dient eben dort auch. Das ist eine ungeheure Versuchung z. B. bei Brunstäd, so billigen Kaufs davonzukommen. 168

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