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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 2 · page 52

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 2
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 52)
Language
German
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,.müßte" liegt etwas, was die Alten nicht gekannt haben, was ein Professor oder Pastor vor 100 Jahren gar nicht verstanden hätte. Das „müßte" ist der Beweis, daß man die Arbeit, die man tut, und die sehr stark aus Schreibmaschine besteht - aus der lutherischen Schrift ist eine Schreibmaschine geworden -, daß man diese Arbeit nicht mehr auf die gleiche Weise tun kann wie früher. Unser Esel Mensch rebelliert. So entsteht die Mission, auch die Kreatur zu erlösen. Die Erlösung der Kreatur kann nur einsetzen, w enn der Mensch selber in seiner Kreatürliöhkeit aufgeschlossen wird. Der Fluch über Adam scheint mir also wirklich im Aufbrechen, wo durch Arbeitsgemeinschaft, durch Freizeit, Rhythmik, durch Hinwendung zum Geheimnis der menschlichen Natur als eines vergänglichen, sich wandelnden Wesens, wo durch das alles überhaupt erst der Mensch von Fleisch und Blut w achgekratzt und geordnet wird. Natürlich gibt es Anknüpfungspunkte theologischer Art, die ich anführen könnte. Ich könnte darauf hinweisen, daß eben bei der Schöpfung des Menschen die erste und zweite Person und auch die dritte Person der Gottheit in eigentümlicher Weise vereint sind. „Lasset uns einen Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei." Gott Vater und Sohn (Logos) gehören dabei zusammen. Das besagt aber, daß alles Menschentum geistig geschaffen wird und daß die Kreatur des Menschen zu Ende geschaffen werden muß vom Geist her. Der 2. und 3. Artikel ist heut viel zu weit auseinandergetrennt; sie gehören aber so sehr zusammen, daß in der alten Kirche gewisse Aussagen einmal bei Christus stehen und einmal beim Geist. Dies Paradox, auch rein grammatisch seltsam, begegnet z. B. im Symbol des Epiphanius (Denzinger-Bannwart12 Nr. 13). Der Sohn war da vom Anbeginn der Schöpfung, vor Jesus also. Die Zerreißung in Christus und Heiligen Geist hat dazu geführt, daß wir für die gegenwärtige Welt die Weiterschaffung des Menschen nicht aktuell gesehen haben. Wir waren so sehr mit Christus und dem Kreuz beschäftigt, daß wir die Weiterarbeit Gottes, der den Menschen schaffen will, ignoriert haben. In der Erschaffung des Menschen ist Christus selbst als der Geist tätig. Sie werden zugeben, daß in der üblichen Auffassung des Reiches Gottes die aktive Tätigkeit des Weiterschaffens des Menschen fast nicht gesehen und gefühlt wird. Sie ist aber mit aufgegeben mit dem 1. und 2. und 3. Artikel, wie der 3. Artikel heute überhaupt erst anfängt 174

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