Mannheim
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19111914
  1. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 54

    Unbefriedigende und Widerliche der üblichen Geselligkeit der Jugend zurückzuführen begann auf den naturnotwendig quälenden Gegensatz von jugendlicher Eigenart und erwachsener Gewohnheit Immer lebendiger wurde die Sehnsucht nach jugendlicher…

  2. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 55

    war eine Aufgabe; die Formenfindung war die zweite Aufgabe; die dritte war die Leitung der Jugendkulturbewegung. Die schiefe Idee von der bewußten Fonnenfindung, die Verquickung von Qeseliigkeit und Arbeit und der Mangel an einer führenden …

  3. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 56

    Man verlangte von einem Kreis von Kameraden, von Mitarbeitern, was ein Kreis von Freunden kaum hätte geben können. Man glaubte täglich und stündlich erleben, erzwingen zu können, was Gnade des Augenblicks ist; man hoffte durch Formen, durch…

  4. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 57

    war ihnen nicht zweifelhaft, daß bei anderen Gruppen ein anderer Geist, aber doch eben etwas von dieser unpersönlichen Art „Geist" herrschen würde. Da sich solcher Hetairien bald einige zu bilden begannen und sie den Kreis der Grünen in der…

  5. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 58

    daß an allen Nachmittagen eigentliche Vorträge und Diskussionen gewesen wären, aber so, daß an jedem Tag irgendeine bestimmt^ Veranstaltung vorgesehen war, an die sich freies Beisammensein anschloß. Auch der Ordnungsdienst, der in der Krise…

  6. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 59

    mir nötiger, noch einiges über seine Entstehung und geistige Stellung zu sagen. Seine Entstehung verdankt er der Oberzeugung einiger Führer, daß im größten Teil der damaligen Wandervogelbewegung die Weiterentwicklung als freier Jugendbund u…

  7. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 60

    mir unerhört und dreist, die Erotik des gemeinsamen Volkstanzes zu leugnen. Für meine Auffassung hat die Reinheit der Geschlechterbeziehungen deren auf Wahrhaftigkeit ruhende Cultivierung (gleich Verfeinerung, Durchgeistigung) zur Vorausset…

  8. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 61

    bedrohen will. So wenig wie andres Programmatische wollen wir den Kampf gegen die Schule, aber, man mag die Worte unsres Sprechers gelegentlich der Münchner Zentramsheize nicht falsch verstehen, wir kämpfen auch gegen die Schule, wo sie un&…

  9. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 62

    reihen Glut, daß sie euch hineinstrahle in euer Innerstes und euch den reinen, feurigen Mut, den flammenden, wehenden Idealismus zünde, daß ihr ihn hinaustragt in die weite Welt und ihr kündet, daß die Kraft und die Liebe wieder geboren war…

  10. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 63

    in weltfremden Gegenden gesungen werden; immer feinere Weisen suchten den Weg zu unseren Herzen, und wir haben rsie alle gesammelt, diese Perlen vergangener, verbleichter Zeiten, alle Klänge, die ergreifend von gewaltiger innerer Not sprech…

  11. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 64

    Wenn der Abend kam und ^lie Sonne blutigrot die Ietztea brechenden Strahlen auf die eilenden Wolken gespiegelt hatte, wenn die flackernden Sterne ihr bleiches Licht zuckend der Erde zuwarfen, dann saßen die wetterharten Gestalten auf weiter…

  12. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 65

    Jcümmert, gestorben war. Unerwartet blitzt bisweilen im Menschen ein helles, leuchtendes Gefühl, ein klopfendes, mahnendes Drängen, ein unverstandliches, weiches Sehnen, wir aber werden getragen von diesem Zusammenklang der Empfindungen, di…

  13. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 66

    Was sagen alle feine Fahrten, die herzerquickend fröhlich waren, diesem Mysterium gegenüber, das uns in lichte Sphären führte? Vor uns lag eine weite Zukunft halbdunkel gebreitet, und der leuchtende Schein unserer Welt schien berufen, die f…

  14. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 67

    der Alten, sucht neue. Wir haben zu viele Ideale, die den gesunden Boden überwuchern, die herzlos unsre innere Hohlheit überbrücken, den Weg aber haben wir verloren. Auf, suchen wir ihn mit dem heiligsten Ernst, dessen wir fähig sind, auf, …

  15. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 68

    Vorbereitung zum Examen ist: Fertigkeiten, Einzelkenntnisse, nichts als Einzelkenntnisse werden verlangt, keine oder fast keine Grundlagen können geschaffen werden. Nun, das Examen ist überall ein Obel, und es ist auch für uns keine Ungeheu…

  16. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 69

    gänzlich anderes Niveau eingestellt ist. Man hat die Ehrfurcht vor den Wissenschaften, mit denen man sich nunmehr näher beschäftigen soll, bis zu einem gewissen Grade verloren. Man ist gewohnt, sich in den Schulstunden derart zu konzentrier…

  17. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 70

    Mächte des tätsächlichen Lebens: Staat und Kirche, Familie und Schule." „Ihr seid nur eine Zeitströmung, und wie so manche andere, wird auch sie verrauschen und mit ihr eure phantastischen Pläne." Wir kennen diese Worte der physisch und psy…

  18. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 71

    leben in den Formen, die da waren. Der .Geist in ihnen war nicht der, den war brauchten. Und da standen wir auf und bauten leise an dem neuen Bau. Der eine wußte nicht vom ändern. Nun sehen wir's schon deutlich, es ist die Arbeit an einer n…

  19. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 72

    Ausdruck der Gesinnung anwenden. Ich glaube, Vincent hat dies völlig übersehen. Hans* Lüge, er kenne den Namen des Mädchens nicht, ist die ehrlichste Erklärung unter allen. Doch Vincent merkt dies nicht. Er versteht unter Ehrlichsein nur, n…

  20. 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 73

    krank, daß unsre Notwehr roh und häßlich erscheinen kann, so ist das nicht uns vorzuwerfen. Und die Norm ist so krank. Bessern können wir sie nicht, drum dürfen wir uns nicht anstecken lassen von ihr. Und das ist nur möglich mittels schroff…