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Der Anfang · 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 56

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Anfang
Volume
2. Jahr (1914)
Issue
Heft 2-3 (Juni 1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 56 (sequence 20)
Language
German
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Man verlangte von einem Kreis von Kameraden, von Mitarbeitern, was ein Kreis von Freunden kaum hätte geben können. Man glaubte täglich und stündlich erleben, erzwingen zu können, was Gnade des Augenblicks ist; man hoffte durch Formen, durch gewählte Menschen dauernd zu machen, was seinem Wesen nach nicht dauernd sein kann. Schon nach wenigen Sonntagen konnte man sich nicht verhehlen, daß man einfach unbefriedigt war. Nicht daß das Beisammensein weniger geboten hätte als die verpönte Tanzstunde, der verachtete Schülerverein oder Teezirkel, aber es war im Grunde nichts anderes und man wollte etwas anderes. Und weil man dieses andere nicht verstandesmäßig, nicht aus Opposition wollte, sondern wirklich aus «Gefühl, aus seelischer Unbefriedigung, so fiel es denen nicht schwer, die alles durchschauten, es allen klarzumachen. Einzelne Erlebnisse aus der ersten Zeit des Sprechsaals und ihre ständige Wiederkehr im engeren Kreis, innerhalb der Grünen, ließen vermuten, daß es die Zusammensetzung der Grünen war, die jenen objektiven Schwung, jene intellektuelle Sicherheit und Einreihung, die man unablässig spürte, nicht zu persönlicher Auswirkung in der grünen Geselligkeit kommen ließ. Die Hausgemeinde mit ihrer positiven Arbeit, mit ihrem starken Zusammenschließen der Einzelnen zu einem bestimmten Ziel vermöchte über die wirklichen Gründe zu täuschen, und man versuchte es mit einer „Reinigungshausgemeinde". Man schloß eine Anzahl aus, von denen man meinte, daß sie den inneren Kontakt am meisten zerstörten. Aber eine Gruppe hatte inzwischen um die Sylvesterzeit in vier ganz abenteuerlich tiefen und hohen Tagen und Nächten das Wunder der Gemeinschaft, des Gruppengeistes gespürt, und denen war es von nun ab unmöglich, in seiner Karikatur weiterzuleben. Sie begannen den Gedanken der Hetairien, wie sie es nannten, zu vertreten. Sie wollten die Grünen in kleine Kreise von Freunden zersprengen, sie wollten diesen Hetairien die Aufgabe der positiven Arbeit als einer wesentlichen Bestimmung wegnehmen. Sie hatten erkannt, daß es keine Formen jugendlicher Geselligkeit von heute auf morgen zu „finden" gab, sondern daß unter gewissen Umständen, deren Gesetze unbekannt sind, etwas erlebt wird, was sie hinterher nicht anders zu bezeichnen wußten, als durch den Ausdruck „eines Geistes über der Gruppe". Und sie wußten, daß sie eine solche Hetairie sind. Es 56

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