Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 2-3 (Juni 1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 59 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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mir nötiger, noch einiges über seine Entstehung und geistige Stellung zu sagen. Seine Entstehung verdankt er der Oberzeugung einiger Führer, daß im größten Teil der damaligen Wandervogelbewegung die Weiterentwicklung als freier Jugendbund unmöglich erschien, Ida Oberlehrer und Verbindungsstudenten mit Erfolg bemüht waren, ihren Geist und ihre Lebensart der Bewegung aufzuprägen. Ein trennender Schritt war die einzige Möglichkeit, und es gelang, einen Bund zu schaffen, welcher der Jugend Freiheit unter selbstgewählten Führern wahren und eine wahrhaftige freie Entwicklung in Geist und Charakter wollte, die sich zuerst in der Ablehnung eines Alkohol- und Rauchverbots, sowie in dem Bemühen um ein ehrliches sachliches Urteil über Blühers Geschichte des Wandervogels bewährte. Es ist nicht der Zweck dieser Zeilen, etwas für den Jung- Wandervogel als Bund Verbindliches zu sagen, es handelt sich vielmehr darum, den Gedanken der Bewegung und seine Pflege im Jung-Wandervogel klar zu zeigen. Dieser Gedanke, wie er in unsern besten Führern und Führeririnen lebendig ist, zwingt zur Ablehnung des gemeinsamen Fahrten- und sonstigen Betriebes für beide Geschlechter, da durch ihn der innere Halt des Bundes, und damit seine Kraft, zerstört wird. Der Wandervogel ist für die Jugend des Lebensalters da, in dem Jungen und Mädel noch wenig voneinander wissen wollen. Sind sie diesem Alter entwachsen, so ist im Wandervogel, wie er echt ist, kein Raum für ihre Annäherung, da diese immer gesellschaftsfeindlich ist, so heilig sie selbst angesehen werden muß. Der Beweis dafür ist der schnelle Niedergang der Wandervogelgruppen mit gemeinsamem Betrieb durch den Mangel an Nachwuchs, da die Jüngeren vernachlässigt werden und wegbleiben. Die Älteren, welche die Gemeinsamkeit wollen, mögen zum Bund Deutscher Wanderer gehen und nicht den Wandervogel in Übersehung seiner Notwendigkeiten schädigen. Sie mögen auch vor allem so ehrlich sein, ihr Wollen beim rechten Namen zu nennen, und sollen nicht den starken, unwiderstehlichen Trieb zum andern Geschlecht Neigung zur Kameradschaftlichkeit heißen und die Reinheit der angeknüpften Beziehungen mit dieser Verkennung zu erhärten suchen. Das ist barer Unsinn, den mir nur Gefühllosigkeit oder Heuchelei erklären will. So erscheint es ~n