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192919331938
  1. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 218

    218 Juden fielen dem Ghetto sicherlich zur Last und erschwerten auch bedeutend dessen Stellung gegenüber der christlichen Bevölkerung und der christlichen Obrigkeit. Man darf nicht übersehen, daß die Prager jüdischen Plutokratie — soweit ma…

  2. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 219

    219 den beantragten Entzug von drei Baublocks trotz des gebotenen Ersatzes die Zahl der jüdischen Häuser sinken mußte. Eine Durchführung der Reduktion der Prager jüdischen Bevölkerung in dem von der Kommission beantragten Umfange hätte jedo…

  3. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 220

    220 Handels und Handwerks. Auch hier schickte die Kommission einige historische Daten voraus. Sie verwies zunächst auf die Vermehrung der Prager Judenschaft nach der Vertreibung der Juden aus Wien (i. J. 1670). wodurch der Druck der jüdisch…

  4. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 221

    221 Die Kommission war geneigt, diesen christlichen Beschwerden in weitgehendstem Maße Rechnung zu tragen. Sie beantragte daher, indem sie sich — wenn auch nicht mit vollem Rechte32) — auf die Bestimmung des Judenprivilegs Kaiser Ferdinands…

  5. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 222

    … die Konkurrenz der jüdischen Kürschner wurde erwähnt und auf die Entschließung Maximilians II. hingewiesen, die Kaiser Leopold I. am 21. Jänner 1681 bestätigt hatte; den Prager Juden war ihr zufolge das Kürschnergewerbe untersagt. Auch die Frage de…

  6. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 223

    223 wohl der Vorwurf, daß sich die jüdischen Ärzte neben Aderlaß auch mit Fruchtabtreibung36) befaßten. Wichtig war schließlich der Antrag, die Christen sollten vor den Juden das Vorkaufsrecht besitzen und die Privilegien der Christen allge…

  7. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 224

    224 lauter Gnade und auf Wohlgefallen) toleriert seien, könnten sie jederzeit abgeschafft werden. Es ist hier nicht der Ort, im einzelnen zu untersuchen, inwieweit die antijüdischen Ausfälle der Reduktionskommission objektiv richtig sind, n…

  8. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 225

    225 ausgearbeitet hatte. In Wirklichkeit aber verstrichen mehr als vier Jahre, bevor in der böhmischen Kanzlei das Gutachten der Statthalter zustandekam, und es bedurfte einer weitern Zeitspanne von anderthalb Jahren, bevor das ausgefertigt…

  9. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 226

    226 vor dessen endgültiger Redigierung einige der Prager Juden angehört und ihnen namentlich die Beschwerdeschrift der christlichen Zünfte vorgelegt; doch jetzt wiesen die Judenältesten darauf hin, daß diese ihre Sprecher weder eine Vollmac…

  10. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 227

    227 solle. Die Delegation verlangte selbstredend, daß die angeführte für sie so günstige Zahl auch jetzt zur Reduktionsgrundlage genommen werde. Endlieh wiesen die jüdischen Bevollmächtigten auf ihr Recht auf den jüdischen Tandelmarkt hin, …

  11. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 228

    228 Bedrückung der vom Judentum zum Christentum übergetretenen Personen durch die Juden; bedenklicher freundschaftlicher Verkehr der Christen mit den Juden44) und schließlich jüdische Kuppelei. Im Schlußwort beantragten dann die Statthalter…

  12. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 229

    229 3) Neben den Akten der böhmischen Hofkanzlei war die Kommission ausdrücklich auch auf die Registratur der Prager Statthalter angewiesen. 4) Gleichzeitig wurde der Inhalt des Reskripts der Hofkammer intimiert: Konzept in CDK IV T 1, ad 4…

  13. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 230

    230 quocunque titulo dorth bleibende gegenwärtige undt geflüchtete innwohnere, jüdische Studenten, auch andere frembde Juden, deren aller kinder undt gesind, mannundt weibspersohnen nebst deren alter durchgehendts ohne aller distinction, un…

  14. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 231

    231 Bondy-Dvorsky 1. c. II. Nr. 1017, S. 800—2), Kaiser Matthias" vom 15. August 1611 (J. Celakovsky 1. c. I. Nr. 296, S. 505—6) und das Privilegium Kaiser Ferdinands II. vom 23. Jänner 1623 (J. Celakovsky 1. c. I. Nr. 305, S. 516—23; das M…

  15. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 232

    232 vier, sechs auch mehr partialpossessoribus oceupiret und ein solches gehaus wiederumb von undterschiedlichen familien oder inwohnern bewohnet wird, auch sogar in einer Stuben zwey oder drey partheyen beysammenovecken und sonsten alle wi…

  16. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 233

    233 leuten nur während der Marktdauer zu verkaufen gestattet sei, da sonst die einheimischen Handels- und Handwerksleute nicht leben könnten: „also auch bey dem in tandelmarck alltäglichen jüdischen verkauf, so in der sach selbst einen cont…

  17. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 234

    234 diensten, welche von derselben occasione der jetzigen von neuen aufgestellt worden, dergestalten, wie es bey der ersten ersetzung besehenen ist, ihre activität haben solle". 42) Das Judenprivilegium Kaiser Karls VI. vom 24. Juli 1719 ab…

  18. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 235

    235 liges herein- und hinauslauf fen verschiedene unter schleife auszuüben suchen — zu Verhüttung und abschneidung sothanen allzugroßen eingriefs in die christliche Nahrung gleichfalls auf eine gewisse anzahl restringiret werden möge". 46) …

  19. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 236

    236 7. Kapitel. Die Prager Ghettokonskription vom Jahre 1729. Die Ausdehnung der Reduktionspläne auf die gesamte böhmische Judenschaft. — Die Denkschrift der Handelsleute v. J. 1718. — Die ludenfeindlichen Anträge der Konferenz zur Hebung d…

  20. 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 237

    237 antijüdischen Verordnungen ist unbestritten. Das, was betreff der Juden die Memoranden der Reduktionskommission und der Statthalter darlegten, war übrigens öffentliche Meinung der höheren Gesellschaftsschicht in Böhmen, sowohl der arist…