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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 229

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 229 (sequence 233)
Language
German
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…/2644300-2644301--0234-2644575
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229 3) Neben den Akten der böhmischen Hofkanzlei war die Kommission ausdrücklich auch auf die Registratur der Prager Statthalter angewiesen. 4) Gleichzeitig wurde der Inhalt des Reskripts der Hofkammer intimiert: Konzept in CDK IV T 1, ad 4 ex 1714. 5) Vgl. Pribram 1. c. 8. 56—7, der diese Kommission „jüdische Polizei- und Ökonomiecommission" nennt. Im Jahre 1714 (in der Zuschrift an die Statthalter dd. Rokitzan 26. Jänner, CDK IV T 1, 7 ex 1714) unterschreiben sich Graf Schaffgotsch, Anton Dworzak und Johann Franz Turba als „zu Untersuchung und Einrichtung der jüdischen Oeconomiae und Policeywesens verordnete Commissarien." Infolge Errichtung der Reduktionskommission trat die Tätigkeit dieser Kommission in den Hintergrund, übrigens ging die Mehrzahl ihrer Mitglieder in die neue Kommission über. Die Konstituierung der Reduktionskommission i. J. 1714 wird von Pribram mit Stillschweigen übergangen, obwohl gerade ihr Elaborat, wie aus dem weitern hervorgehen wird, von grundsätzlicher Wichtigkeit war. 6) Die ausführlichen Namenverzeichnisse, welche von den Statthaltern am 9. Feber 1714 nach Wien gesandt und bereits am 19. Feber wieder nach Prag zum Gebrauche der Reduktionskommission zurückgestellt worden waren, sind uns nicht erhalten geblieben; mit jeder neuen Konskription büßten die älteren Verzeichnisse an Wert ein, und so entging auch dieses Verzeichnis ebenso wie alle vorhergehenden nicht der Vernichtung. Aus dem erhaltenen Summar (CDK IV T 1, ad 7 ex 1714) lassen sich noch folgende Daten gewinnen: von der Gesamtsumme 11.535 Personen waren 2.261 Männer, 2.629 Frauen, 5.382 Kinder, — wieder ein Beweis für die überdurchschnittliche Fruchtbarkeit (die Kinderzahl erreicht diesmal fast 47%) —, die Zahl der Präzeptoren und männlichen Bediensteten betrug 358, die der weiblichen Diensboten 904. Der Pest erlagen unter insgesamt 3.703 Personen 693 Männer (d. i. fast 31% der gesamten männlichen Bevölkerung), 663 Frauen (25%), 2079 Kinder (38%) und 268 Dienstboten ohne Unterschied des Geschlechts (21%). 7) Intimat der Hofkammer an die böhmische Hofkanzlei dd. 19. Jänner 1714, mittels dessen bekanntgegeben wurde, daß die Hofkammer der böhmischen Kammer die Entsendung des Brandlinsky als ihres Vertreters in die Reduktionskommission aufgetragen habe. 8) Brandlinsky wurde mit seinem Ansuchen von der Hofkammer zweimal abgewiesen; vgl. das Intimat der Hofkammer an die böhm. Hofkanzlei vom 8. März und 28. Mai 1714 in CDK, IV T 1, 8 ex 1714 und 9 ex 1714. 9) Vgl. den Bericht der Reduktionskommission an die böhm. Hofkanzlei vom 10. Feber 1714 — damals waren von den Mitgliedern der Kommission bloß 4 Personen in Prag anwesend (Graf Kolowrat, Freiherr von Rican, Worzikowsky und Matthias Schramm) — und das Intimat der Hofkammer an die böhm. Hofkanzlei vom 28. Mai 1714, mittels dessen eröffnet wird, daß in der Registratur der böhmischen Kammer keinerlei Akten zur Judenreduktion vorfindig seien, sondern daß diese beim Gubernium aufbewahrt werden (CDK, IV T 1, 6 ex 1714, 8 ex 1714 und 9 ex 1714). 10) Die Zuschrift der Reduktionskommission an die Judenältesten vom 9. Feber 1714 befindet sich in CDK, IV T 1, ad 6 ex 1714. Die Anordnung des Konskriptionsformulars hat folgenden Wortlaut: „1. Ein jedes haus besonders notiren, fleißig visitiren: 2. die darinnen befindliche jetzo würcküch betrettene oder von contagions wegen noch exulirende possessores undt sub

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