Mannheim
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  1. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 127

    — 127 — zu billigen Preisen an den Mann zu bringen suchen. Die übliche Nahrung besteht aus Brot in Form dünner Blätter, saurer Milch, Schafkäse, Gemüse und Eeis, Suppen aus Gemüse, Essig und saurer Milch, selten mit Fleisch. Brot wird von p…

  2. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 128

    — 128 — Persische mit Beimengung einiger hebräischer Wörter, wie z. B.: der Wein wird durch das Wort jajin anstatt des persischen schar ab bezeichnet, der Feiertag: moad anstatt ejd, Samstag: Schabbat anstatt Schambe. Der Muhammedaner wird …

  3. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 129

    — 129 — nur die Bekanntschaft mit den in Teheran weilenden „Aschkenasim", sondern auch die häufigen Eeisen in Handelsangelegenheiten nach Russland, nach West-Europa und besonders nach Palästina beigetragen haben. Die Palästina-Pilger, wie b…

  4. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 130

    - 130 — Kupferschmiede wenden, die zu diesem Zwecke zweimal jährlich, vor Ostern und vor den Herbstfeiertagen, mit tragbaren Schmiedeherden in das Judenviertel kommen. Der erste Direktor der Schule, Herr Gases, beschloss deshalb, einige jüd…

  5. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 131

    — 131 — Gefahr, da man sich dabei wochenlang unter der feindseligen Bevölkerung ohne warme Speise und den schweren Korb auf dem Rücken bewegen muss. Nicht selten kehrt ein solcher Hausierer verwundet und beraubt nach Hause zurück. Zu den we…

  6. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 132

    — 132 — auch einen ganzen Korb voll Neuigkeiten und Klatsch. Der Mann einer solchen Vermittlerin ist meistens ihr Gehilfe, indem er ihr die nötigen Waren verschafft. Im Judenviertel führen viele Familien nur dank dieser Beschäftigung der Ha…

  7. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 133

    — 133 — und haben die üblichen Gebete nur auswendig gelernt. Noch geringer als die Zahl der Lesekundigen ist die derjenigen, die schreiben oder auch nur ihren Namen schreiben können. Bei den Ehescheidungen, wo man seinen Namen unterschreibe…

  8. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 135

    — 135 — Vor dem Verlassen des Elternhauses bekommt die junge Frau-von ihrer Mutter einen Spiegel mit dem Wunsche, sie möge ihr Gesicht immer in demselben Zustande sehen, wie es sich jetzt darin spiegle. Nachdem die Eltern die Tochter in das…

  9. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 136

    — 136 - lange. Die Gäste und der Wirt sitzen meist einander schweigend gegenüber, bis der Wein die Zungen gelöst hat, und nur die Wasserpfeife geht aus einer Hand in die andere. Am ersten Tage nach dem Pessachfeste strömt alles ins Freie, u…

  10. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 137

    — 137 — Amulette aus Metall mit den Namen der Planeten..

  11. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 138

    "vbv *npj "1vD'N "ICD INT! dki y^Dp dhid ^nn (Name) 'JDO TOTO' (Name der Mutter) d'Jh ^di jnn py nid'dni D'jn o^in p^Si pnm ptan -toi •t\sd rpmisn pp^ioi td":2 vchun xbw dnyn *6i it&ras &Ai r\"nw2 t&) pDN n"DiD j;^ ct^n dt to- TO 2N*0 nsÖ r…

  12. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 139

    — 139 — tuch Speisen, Konfekt u. dergl. setzt. Zeigen sich dann auf den Speisen, z. B. auf gestossenem Zucker, Spuren von Pfötchen und gewisse kleine schwarz-graue Körnchen, so gilt dies als Zeichen, dass die Schejdim das Mahl gnädig angeno…

  13. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 140

    - 140 — im Heiligen Lande gleichgeaehtet, und die wohlhabenden Juden aus der Umgegend trachten deshalb in Demawend beerdigt zu werden. Der Glaube an Träume und an ihren Einfluss ist auch unter den persischen Juden sehr verbreitet. Wenn z. B…

  14. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 141

    — 141 - eines neuen Zentrums in Amerika. Das, was wir Nationalgefühl nennen, fehlt ihnen gänzlich. Unter dem Worte „Israel" verstehen die persischen Juden nur die jüdische Religion. Die Auffassung des Judentums als einer Nationalität ist ih…

  15. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 142

    …s letzteren in hebräischen Buchstaben unterrichtet. Auch wurden ihnen die Gebete, seltener die Bibel und noch seltener „Raschi" beigebracht. Mit dem Talmudstudium beschäftigen sich nur die Rabbiner. Die Kenntnis der jüdischen Literatur ist bei de…

  16. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 143

    — 143 — letzteren weigerten sich nicht nur, aus einem Gefässe mit den Juden zu trinken, sondern auch neben ihnen zu sitzen. Jetzt findet man in dieser Schule nur 2—3 jüdische Jünglinge, die Medizin studieren. Die Bedeutung der muhammedanisc…

  17. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 144

    — 144 — Die Juden unterliegen auch jetzt noch vielen Ausnahmsgesetzen, obgleich diese nur auf dem Gewohnheitsrechte begründet sind; so erscheint der Jude nie zu Pferde in der Stadt; die Juden, deren Tuchhandlungen im Viertel oder in den uml…

  18. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 145

    — 145 — nur bei Juden und Gebern erhalten haben. Die hebräischen Namen werden ziemlich reiu ausgesprochen, nur einige von ihnen werden in der Umgangssprache auf muselmanische Art wiedergegeben, wie z. B.: anstatt Joseph Jussnf, anstatt Sehe…

  19. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 146

    …rigen Geländer umgeben ist. Auf dieser Erhöhung, Sidah genannt, befindet sich ein schmales, hohes Tischchen, an dem der Chasan die Gebete verrichtet und die Thora vorliest. Die Synagogen sind nicht wie in Europa gegen Osten, sondern gegen Westen …

  20. 1906-01-01 · 4 (1906) · p. Seite 147

    — 147 — tür in der Seitenwand am nächsten ist. Dieser Platz gehört dem Rabbiner, dem Moliah, dem Sehochet, überhaupt dem vornehmsten Gemeindemitgliede* Diesen Personen wird eine besondere Ehre erwiesen. Bei ihrem Erscheinen stehen alle von …