Mannheim
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  1. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 20

    124 Warum hassen uns die Völker? manchen Charakterzügen des Juden und des Deutschen zu ziehen. Aber das alles schwebte in der Luft. Nur das Eine geht unzweideutig aus dem Erlebnis dieses Weltkrieges hervor: Einer zweiten großen Gruppe von M…

  2. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 21

    Warum hassen uns die Völker? 12; Und wenn viele unter uns sieh noch so sehr vor Augen hielten, daß wir bei allen Fehlern doch so manche Vorzüge besitzen und den Vergleich mit anderen Gemeinschaften nicht zu scheuen hätten, die allgemeine Vö…

  3. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 22

    126 Wamm hassen uns die Völker? der allgemeinen Menschenliebe, die das Judentum verkündet, mehr als Worte sein sollen, und sie sind der Meinung, daß diese Worte in den Predigten und Büchern der Juden wohl eine Stelle finden, aber nicht der …

  4. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 23

    Warum hassen uns die Völker? 127 ihrem Hochmut es durchaus gleichgültig sein soll, was man von ihnen denkt. Ein fassungsloses Staunen, ein selbstquälerisches Grübeln war die erste Folge. Man hat unsere krampfhaften Bemühungen, aufklärend zu…

  5. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 24

    128 Das jüdische Soissons. Stolz in so hohe -Regionen, daß er alles Kleine und Schlechte in den Niederungen zurückläßt. Aber auch wir Juden, vor allem jener überwiegende Teil, der lebt und webt im Glauben und in der Geschichte der Väter, si…

  6. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 25

    …te die Annahme gar nicht fern liegen, daß der ursprüngliche Anbau im 11. Jahrhundert durch Juden eingeführt worden ist. Raschi und Raschbam, sein Enkel, treffen wir in den Weinbergen oder bei der Kelter, wie ich dies in meiner Schrift ״Zur Charak…

  7. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 26

    130 Das jüdische Soissons. für die im 12. Jahrhundert gesetzliche Normen festgestellt wurden. Somit spricht Raschi aus eigener Anschauung heraus, wenn er Jos. 17,15 erklärt: יש בך בח לכרות יערות ולפנותם בעין שקירין אישרטיר בלעז In gle…

  8. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 27

    Das jüdische Soissons. 131 mit großem Eifer fortgesetzt wurden, unter der Leitung des R. Meir (b. Samuel), welcher der Schwiegersohn Raschis war. indem er dessen Tochter Jochebed zur Frau hatte. Ihre drei Söhne: Jizchak, genanntריב״ם, Samue…

  9. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 28

    2ך1 Probleme der Pentateuchexegese. אחינו für den Verwandten, da Schemaja der Schwiegersohn seines Enkels, des Raschbam, war. Schemaja sehen wir am Tische Raschis mit der Feder in der Hand, um die Erklärungen Raschis niederzuschreiben, zu v…

  10. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 29

    Probleme der Pentateuchexegese.!33 (גבורי כה) war Abraham noch nicht beschieden gewesen. Nun sollte es offenkundig werden, ob seine sittliche Kraft so groß, sein Glaube so stark, sein Wille, Gott ohne Rücksicht auf Anderes zu dienen, so gew…

  11. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 30

    134 Probleme der Pentateuchexegese schlägt der Heiligen Schrift doppelt ins Gesicht: Einmal heißt es ausdrücklich in unserem Abschnitte (V. 16) יען אשר עישית . ... ולא חשבת את בנך daß also das Hauptverdienst Abrahams darin lag, daß er sich …

  12. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 31

    Probleme der Pentateuchexegese. 135 warum Gott jene Opfer fordert und die einfache Opferung des Sohnes verabscheut. Die Beantwortung dieser Frage ist aber sehr leicht. Den Gott Jsraels erfüllt nach jüdischer Auffassung nicht der Neid auf di…

  13. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 32

    136 Probleme der Pentateuchexegese. Eine große Wichtigkeit hat auch die Geschichte der Akeda für die Bedeutung und Würde der Tieropfer. Nachdem die Opferung Jsaaks verhindert wurde, sieht Abraham einen Widder ייעלהו לעילה תהה בנו. Dieser Sa…

  14. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 33

    Tierschutz nach jüdischer und griechischer Anschauung. 137 und schmerzerfüllten, aber auch durch das freiwillig übernommene Martyrium stolzen Geschichte. Und die Kraft zu dieser Opferfreudigkeit, die auch das Teuerste, das Leben des Kindes …

  15. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 34

    …t das älteste Griechentum zwischen der Behandlung der Menschen und Tiere keinen sehr großen Unterschied. Der Cyklop bei Homer streichelt seine Böcke und frißt seine Gäste. Götter in Tiergestalt gab es ursprünglich in Griechenland so gut wie im O…

  16. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 35

    Tierschutz nach jüdischer und griechischer Anschauung.! 39 alle Menschen das Vollbürgerrecht im stoischen Weltstaat besitzen? Sie antworten: die Vernunft, die auch zugleich als Quell der Sittlichkeit erscheint. Also sind nur vernunftbegabte…

  17. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 36

    140 Tierschutz nach jüdischer und griechischer Anschauung. Aufgabe betrachtet. ״Wie Gott barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“ Und der Gott der Bibel ist nicht nur der Schöpfer der Tiere, nicht nur ihr Erhalter, von dem selbst der Löw…

  18. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 37

    Biblisclie Motive in Goethes »Faust“. 141 Biblische Motive in Goethes ״Faust". Von Dr. Leo Deutschländer, Berlin. Die Belebung unserer Bibel in der Gegenwart ist eine jener erfreulichen Wirkungen des Krieges, die von hervorragenden Führern …

  19. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 38

    142 Biblische Motive in Goethes ״Faust“. möchte, seine traurigen Gedanken hatte 1)“^ haben deutsche Dichter und Denker, und zwar die Häupter unter ihnen, die Macht des alten Bibelwortes in neuem Gewände erstehen lassen, in philosophischer B…

  20. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 39

    …n Lebens- Wahrheit, die seinen Lippen entströmte. Er, der universalste der deutschen Dichter, hat zwar in seinem Geiste Homer. Ossian so gut wie Spinoza, Bousseau umspannt, doch sie alle sind nur für mehr oder minder große Perioden seines Lebens…