Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 3 (März 1915)
- Date
- 1915-03-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Tierschutz nach jüdischer und griechischer Anschauung. 137 und schmerzerfüllten, aber auch durch das freiwillig übernommene Martyrium stolzen Geschichte. Und die Kraft zu dieser Opferfreudigkeit, die auch das Teuerste, das Leben des Kindes hingibt für Idee des Göttlichen, die schöpfte er aus der Erinnerung an die Akeda, an den von Abraham betätigten Entschluß als Gott ihm befahl, seinen Sohn Isaak zu opfern. Tierschutz nach jüdischer und griechischer Rnschauung. Von Dr. I. Heinemann, Frankfurt a. M. Zu der lehrreichen Abhandlung des Herrn Dr. Barnberger im vorigen Heft dieser Zeitschrift möchte ich einige Bemerkungen hinzufügen, die zeigen sollen, daß die Bedeutung der jüdischen Anschauung für die Verbreitung des Tierschutzes noch größer sein dürfte, als aus der genannten Abhandlung hervorgeht. Das Urteil des Nichtjuden, das uns ja in unserer Frage aus bekannten Gründen nicht gleichgültig sein darf, wird leicht beeinflußt durch die Auslegung, die der Apostel Paulus (I. Kor. 9) dem biblischen Verbote, dem dreschenden Ochsen das Maul zu verbinden, gibt; er fragt: ״kümmert sich Gott etwa um die Ochsen?“ und hält eine symbolische Auslegung für nötig. Der christliche Laie ist vielleicht geneigt, die modernen Anschauungen zuwiderlaufende Deutung auf jüdischen Ursprung zurückzuführen. Mit erfreulicher Offenheit zeigt dagegen z. B, Johannes Weiß z. St., daß sowohl das rabbinische wie das hellenistische Judentum diese ״flachere, entwertende Auslegung“ nicht kennt, sondern den humanitären Charakter der biblischen Vorschrift zu würdigen weiß. 10