Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 3 (März 1915)
- Date
- 1915-03-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Probleme der Pentateuchexegese. Eine große Wichtigkeit hat auch die Geschichte der Akeda für die Bedeutung und Würde der Tieropfer. Nachdem die Opferung Jsaaks verhindert wurde, sieht Abraham einen Widder ייעלהו לעילה תהה בנו. Dieser Satz lehrt deutlich, daß das Tieropfer symbolisch die Hingabe des Menschen für Gott bezeichnen soll. Was symbolisch dargestellt wird, das geschieht nur zu dem Zwecke, daß es auch praktische Folgen habe. Die gänzliche Hingebung des Menschen für Gott soll stets, wo es verlangt wird, geübt werden. Die Tiere, welche sich zur symbolischen Darstellung der Menschenpersönlich־ keit eignen, sind deshalb als Opfertiere von der Thora ange־ ordnet worden, und mit jedem Tieropfer erklärt der Darbringer die Bereitwilligkeit, nötigenfalls sich selbst und sein Liebstes für Gott hinzugeben. Diese Bedeutung tritt hauptsächlich im עולה hervor, das ganz und gar auf dem Altäre Gottes verbrannt wird. Im Namen des ganzen Volkes Israel wurden daher ein Lamm des Morgens und ein Lamm abends täglich als Ganzopfer dargebracht, um die Hingabe des Volkes für seinen Gott symbolisch auszudrücken. Als ein Lamm erscheint Israel in diesem Symbole, das von seinem Gotte geweidet und geleitet, ohne einen andern Schutz, bloß durch die Macht seines Hirten vor allen Gefahren bewahrt wird. Welche Zeit wäre geeigneter, uns das Verständnis für diese Gedanken näher zu bringen als die heutige. Und es haudelt sich heute nicht einmal um die höchste Idee, um die Unterordnung unter einen klar und deutlich ausgesprochenem Befehl Gottes, sondern um eine Idee, die erst mittelbar eine religiöse Bedeutung hat, die Idee des Staates, die des Vaterlandes. Hier fallen ״Menschenopfer unerhört“, Väter und Mütter drängen sich dazu, des sind wir täglich Zeugen, ihre Kinder auf dem Altar des Vaterlandes zum Opfer zu bringen. Es ist nicht jeder eines solchen Opfers fähig, aber Keiner ist unter uns, der nicht voll Bewunderung zu denen emporblickt, die sich dies Opfer abringen. Dieser Geist, der heute als die höchste Errungenschaft menschlichen Willens gepriesen wird* er begleitet den Juden durch die Jahrtausende seiner leid־