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Jeschurun · 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 3 (März 1915)
Date
1915-03-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Probleme der Pentateuchexegese.!33 (גבורי כה) war Abraham noch nicht beschieden gewesen. Nun sollte es offenkundig werden, ob seine sittliche Kraft so groß, sein Glaube so stark, sein Wille, Gott ohne Rücksicht auf Anderes zu dienen, so gewaltig, eine solche Tat. die mehr als Selbstopferung. zu unternehmen. Und Abraham hat sich in der Versuchung bewährt und dabei das gewaltige Beispiel gegeben, in welcher Weise man den Gottesgehorsam an den Tag legen soll. Sein Sohn, der Zeuge und Gehülfe dieser Tat hat dadurch die Weihe als vollständig Gott Hingegebener עילה תמימה empfangen und alle Abrahamsnachkommen müssen streben, diesem erhabenen Beispiele ihrer Ahnen nachzueifern. Man hat hier die Frage aufgeworfen, wie Gott ein Menschenopfer, wenn auch nur versuchsweise verlangen konnte, da doch die Schrift (Deut. 12, 31) davor als einem Gräuel, den der Ewige haßt und verabscheut, eindringlich warnt. Geiger hat daher (Zeitschr. 1868 S. 10 ff*, u. 1869 S. 41 ff.; ganz im Widerspruche mit den ausdrücklichen Worten der Schrift erklärt, das Verdienst Abrahams war nicht, daß er gewillt war, den Sohn zu opfern, sondern im Gegenteil, daß er noch rechtzeitig zu der Erkenntnis gelangte, daß Gott an Menschenopfern keinen Gefallen habe, und so gegen das Menschenopfer des Heidentums Protest einlegte. Geiger erklärte infolgedessen von den Gebetstellen, in denen gebetet wird: ״Gott möge der עקדה יצהק eingedenk sein und wie Abraham seine Barmherzigkeit unterdrückt hat, um Gottes Willen zutun, ebenso möge Gott seinen Zorn unterdrücken usw.“ — von diesen und ähnlichen Gebeten erklärt Geiger, sie nähmen einen antibiblischen Standpunkt ein und sanktionierten das Menschenopfer. Erhielt diese seine Ansicht für so unfehlbar, daß er sofort praktisch vorging und alle diese Gebetstellen streichen ließ, (zwischen ihm und Dr. Joel in Breslau, der die fragliehen Gebete wieder einführte, entstand infolgedessen ein lebhafter Streitschriftenwechsel)1) — Diese Geigersche Ansicht ג) Ygl. Geiger a. a. O. und M. Joel: Zur Orientierung in der Cultusfrage (Breslau 1868), und ״Zum Schutz gegen ״Trutz*“4 (Breslau 1896).

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