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  1. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 71

    71 vermag, so daß allmählich ein Gegensatz zwischen ihnen und dem Recht entsteht. Wird der Gegensatz nicht rechtzeitig durch entsprechende Aenderung des Rechts gemildert oder ganz aufgehoben, so bildet sich mehr und mehr zwischen dem Recht,…

  2. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 72

    tesworts auf und lösen das Spannungsverhältnis zwischen Gotteswort und Tatbeständen nicht etwa durch Auflehnung gegen das Gotteswort, sondern indem sie mit unvergleichlicher Energie sich der neuen Tatbestände bemächtigen, in vollendetem Bru…

  3. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 73

    …et, letzte Quelle der Wahrheit. Niemand sah den Gegensatz zwischen den neuen Tatbeständen und dem Gotteswort klarer als Moses Mendelssohn. Aber dieser Moses war weder ein legitimer, noch ein illegitimer Revolutionär. Er war nur ein kleiner Evolutionär, der …

  4. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 74

    74 gang des Gottesworts selber herbeiführte — da trat Rabbiner Hirsch als legitimer Revolutionär des Gottesworts auf. — IV. Man ist gewohnt, in Rabbiner Hirsch den Vertreter und Verfechter eines theoretischen Prinzips zu erblicken. Ueber תו…

  5. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 75

    75 schichtlichen Schau, die erst lange nach seinem Heimgang, die eigentlich erst in unsern Tagen ihre grandiose Bestätigung gefunden hat und noch weiter finden wird, liegt in seiner unermeßliehen Gottesfurcht und Gottesliebe, seinem unermeß…

  6. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 76

    76 der Meister selbst. Was ihn betrifft, so schöpfte er aus ihr vor allem die im Grunde für die Thora als Volksleben gestaltendes Gesetz fast selbstverständliche Bestätigung, daß die Thora nicht im Lehrhaus ihr Ziel und damit ihre Schranke …

  7. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 77

    מ einer weitläufigen halachischen Begründung bedürftig. \us der Ewigkeit des Gotteswortes schöpfte er die unmittelbare Gewißheit, daß es keineswegs an einen bestimmten, doch auch nur im Laufe der Zeit gewordenen und darum vergänglichen דרך …

  8. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 78

    des tempelgekrönten herrschenden Zion zu Jeruscholajim, der Stätte des menschlichen Nebeneinander, hat der Gottesstaat seinen symbolhaften Ausdruck. Zion und Jeruscholajim: das ist die absolut herrschende Thora und der absolut beherrschte ד…

  9. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 79

    … Gottesstaat bewußt die Arbeit seines Lebens eirisetzt, so ist Rabbiner Hirsch der erste moderne Nationaljude. Lang ehe Theodor Herzl die falsche Vision des Judenstaats hatte, kündete Rabbiner Hirsch die ewig wahre Vision des Gottesstaats. Nur und nur i…

  10. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 80

    rufung unseres Stammvaters den Staaten angemaßter Souverän{־ tat den Thorastaat der Gottessouveränität entgegenzustellen; wie er dann mit höchster Einfühlungskraft die Wesenszüge unserer Stammväter schildert und uns alsdann die klarste Eins…

  11. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 81

    81 Rabbiner Hirschs seine metageschichtliche Einstellung überholt oder ihr vielmehr brennendste Aktualität wie nie zuvor verliehen? Wie ist doch heute die jüdische Welt, bis tief in die Reihen der Orthodoxie, noch mit grausamer Blindheit ge…

  12. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 82

    82 Nur mit tiefster Erschütterung können wir es heute feststellen: die von Rabbiner Hirsch prophetisch vorausgeschaute unmittelbare Entwicklung zum Gottesstaat, die von Rabbiner Hirsch prophetisch vorausgeschaute probeweise Gegenüberstellun…

  13. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 83

    85 hat. Von keinerlei Einblick in die metageschichtliche Wesensart des jüdischen Volks beschwert, ganz seinem rein politischen Ethos hingegeben, entfaltete Herzl die Fahne des von Zions Gesetzesheiligtum völlig losgelösten Jeruscholajim, un…

  14. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 84

    54 ten doch endlich Deutschlands thoratreue Juden aufhören, immer wieder in den Fehler zu verfallen, sich selbst und ihre Thoragrößen, die ihnen Gott geschenkt, durch die Brille ihrer Gegner zu sehen. Es ist die alte Frage von Sein und Nich…

  15. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 85

    85 Liberales Judentum 1935. Von Dr. Salomon Ehrmann. Ein Tag der Not und der Zurecht- Weisung und! der Verhöhnung ist dieser Tag, denn die Kinder sind bis zur Geburt gekommen, aber es ist keine Kraft vorhanden, zu gebären (Jesaja 37, 3). Es…

  16. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 86

    66 Nachdem so die bisherigen ideologischen Grundpfeiler des jüdischen Liberalismus in Deutschland — was wohl allgemein anerkannt ist — zusammengebrochen waren, hat in der Januar- Mitte der Vorstand der liberalen Vereinigung eine Tagung nach…

  17. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 87

    späterhin angefügten Thesen, welche in ihrer Knappheit und Doppelsinnigkeit ein Schulbeispiel dafür bieten, mit welcher Leichtigkeit ein und dieselbe Worthülse entgegengesetzte Inhalte in sich bergen kann. Das Referat Dienemanns ging von de…

  18. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 88

    88 Wie kann auf diese Weise eine Norm für eine religiöse Gemeinschaft überhaupt festgelegt werden, wo ja jedes objektive Merkmal der Bewertung fehlt, wo Rüben sich doch nicht von Simon diktieren lassen kann, welche ״Selbstmitteilung Gottes“…

  19. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 89

    89 steht dieser Inhalt? Und nun antworten die liberalen Führer dieser Jugend: ״Ja, das sollt Ihr selbst bestimmen. Ihr seid ja selbst das oberste Sanhedrin des Judentums!44 Man könnte glauben, daß diese Schlußfolgerung in der Praxis nicht g…

  20. 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 90

    90 dern den Versuch unternimmt, dieses Prinzip historisch, seiner Entstehung nach, einzuordnen, um, es so überwindend, für alle Zukunft es zu verwerfen. Diese Radikalität der Schrift sichert ihr die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit. Der V…