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Nahalat tsevi · 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 4-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 74 (sequence 8)
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74 gang des Gottesworts selber herbeiführte — da trat Rabbiner Hirsch als legitimer Revolutionär des Gottesworts auf. — IV. Man ist gewohnt, in Rabbiner Hirsch den Vertreter und Verfechter eines theoretischen Prinzips zu erblicken. Ueber תורה עם דרך ארץ ist bis in die jüngste Vergangenheit viel geschrieben und gesprochen worden. Menschen, die sich zwar scheuten, den Sprung in die Orthodoxie zu vollziehen, weil sie Angst hatten, hierbei ums Hören und Sehen zu kommen, die aber offenbar weder ihr Hörvermögen dazu nutzten, die Stimme der Thora in ausreichendem Maße an ihr Ohr gelangen zu lassen, noch ihr Sehvermögen, um in das Schrifttum Rabbiner Hirschs genaueren Einblick zu nehmen, hatten sogar die Stirn, Rabbiner Hirsch schulmeisterlich vorzuhalten, er habe das Wort דרך ארץ das sich in der bekannten Mischnah findet, einigermaßen mißverstanden. Aber auch in sachkundigeren Kreisen, bis tief in die Reihen der Orthodoxie, will die Diskussion über תעד״א nicht verstummen und zeitigt immer wieder von neuem die schwersten Mißverständnisse. In Wirklichkeit aber mußte schon der Umstand, daß sich Rabbiner Hirsch selber eigentlich niemals in eine grundlegende Darlegung und Begründung des theoretischen Prinzips eingelassen, niemals auch nur in einem für die Dauer bestimmten Werk seine Grundsätze theoretisch entwickelt hat, zum Nachdenken zwingen. Nur aus der Gesamtheit seines Schrifttums, aus dem Inbegriff seiner Menschen erziehenden und formenden Taten, aus dem Totalanblick seines vor den Augen der Welt gelebten Lebens läßt sich nachträglich feststellen, was sein Wille bezweckte. Revolutionäre sind niemals Theoretiker. Die legitimen Revolutionäre des Gottesworts sind es erst recht nicht. Je unbeugsamer sie entschlossen sind, auch nicht ein Tüttelchen des Gottesworts preiszugeben, umso energischer können sie zur Tat übergehen. Denn nicht am Gotteswort, sondern an den Tatbeständen vollziehen sie den revolutionären Akt, und nicht die Theorie, sondern die Geschichte gibt diesem Akte die einzig mögliche Rechtfertigung. Nicht in der Verkündung einer neuen oder einer neu ins Bewußtsein gehobenen Lehre liegt die Größe Rabbiner Hirschs, Seine Größe liegt in einer fast prophetisch anmutenden ge-

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