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Nahalat tsevi · 1935-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1935) · p. Seite 79

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 4-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 79 (sequence 13)
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woiiriene, von den Propheten so schmerzlich vermißte Fähigkeit zeigt, als Bürger des kommenden Gottesstaats Jeruscholajim zu Füßen Zions zu legen. Die Geschichte des jüdischen Volks im Galuth ist die Geschichte des Gottesworts im Galuth, ist die Geschichte des kommenden Gottesstaats, der im Zeichen des והיה in jede Gegenwart als Wirklichkeit rejiziert ist. Versteht man unter einem Nationaljuden einen Juden, der bewußt sich als Bürger des kommenden Gottesstaats fühlt und für diesen kommenden Gottesstaat bewußt die Arbeit seines Lebens eirisetzt, so ist Rabbiner Hirsch der erste moderne Nationaljude. Lang ehe Theodor Herzl die falsche Vision des Judenstaats hatte, kündete Rabbiner Hirsch die ewig wahre Vision des Gottesstaats. Nur und nur im Hinblick auf diesen kommenden Gottesstaat mit seinem herrschenden Zion und seinem beherrschten Jeruscholajim schritt er freudig zu der ungeheuren Geistesarbeit der Ueberwindung des neuen דרך ארץ durch das ewig unwandelbare Gotteswort, denn dieser neue ד״ א war ihm in Wahrheit der דרך ארץ des kommenden ארץ ישראל. Dem kommenden ^ארץ ישר zunächst das jüdische Volk selber aufbauen, ihm die Thoragrößen zu gewinnen, die die Vielgestaltigkeit des Lebens kennen, um sie nach der Form der Thora zu formen, ihm die Kaufleute, die Mediziner, die Naturforscher, kurzum die geistigen Kräfte in höchster Thoratreue zu erziehen, deren es einst bedürfen wird: das war der tiefste geschichtliche Sinn der Lebensleistung Rabbiner Hirschs für die Zukunft. Ganz im Banne des kommenden Gottesstaats steht sein größtes Werk: der Pentateuchkommentar. Wie er da zunächst die Stellung des Gottesworts inmitten der Schöpfung umreißt und im Gotteswort der Thora das ל מי נו-Gesetz des Menschentums schlechthin erkennt; wie er die herrliche Konzeption des Sabbath entwirft in seiner universalmenschheitlichen Heiligkeit; wie er dann ganz in die universalmenschheitliche Geschichte eingeht und in Adams Katastrophe die freie Wahl des einen der beiden möglichen geschichtlichen Wege begreift; wie er den ersten Anfängen der menschheitlichen Zivilisation nachspürt und nach der Flut der Entseelung in Noahs Söhnen, das Seherwort des Vaters mit divinatorischer Genialität erfassend, die drei kulturellen Entfaltungen vorbereitet findet, die die Menschheitsgeschichte zeitigt; wie ihm der Turmbau von Babel die Errichtung angemaßter Staatensouveränität bedeutet, mit der das Gotteswort die Universalgeschichte ruckweise verläßt, um mit der Be-

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