Mannheim
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  1. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 7

    — 7 — Do hostus, vor euer Maul liegt ach kän Brettle, Ihr kennt ach bestehn euer Stätle — Ihr wellt's ner nit sein Un schübt alles der Frä in Schuch nein. Charbona: Schon recht, tät euch nor recht loben: S' watt euch doch a Riegel vorgescho…

  2. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 8

    — 8 - Die führt sich doch auf — a Pfutze-Kapore! (hier: Schande) — Geht allfott schlinke-schlanke rum wie a Srore. Frä lieben säg: Was verricht sie denn den lieben ganzen Tag? Losst sie sich von uns denn mehr ebbes wehren? Nix auf der Welt …

  3. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 9

    — 9 — Recka: Schtus! Du wässt wieder alles. Schweig nor still, tu mir den Gefallen! Hast wieder kän Sorg wie die? Dodrum mach dir nor kän Müh. Hast ach viel gescheider geton, Du häst sie ausgeben schon. Ober ich wass, das kannste über dein …

  4. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 10

    — 10 — Charbona (schüttelt sich und läuft fort, im Abgehen vor sich) Au weh! bei mir kommt das Dekret — Umstäsgesogt — schon zu spät! Recka (weint): Itz läft er fott un losst mich sitzen, Gleich möcht ich ihn do aufschlitzen. Was is ihn obe…

  5. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 11

    — 11 — Recka: Schweigt stumm oder ich schlag euch auf die Goschen. (Zu Z e t u 1 p e) Do grosse Soch! Soll ich dir ach äne kafen?. (Sie sucht Qänsegrieben aus.) Z e t u 1 p e : Nein, Sie wissen doch, Ich kann darauf nicht schlafen, Die fett…

  6. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 12

    — 12 — Zephir ette (zescht das Kind fort, im Fortgehen zu Zetulpe): Die sitzt aber ach wie angenagelt; Die steht nit auf, wenns auf ihr hagelt, Meintwegen loss sie's bleiben. (Ab.) Recka (ruft zum Fenster hinaus): Watt ich will eier Gassens…

  7. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 13

    — 13 — Ober wos helft's! Wos soll ich tun? Die Biblitheken send olle zu schon. Ich will nur daher gehn in der Helling*, Und mir ablernen a paar schöne Stelling. (Sie geht an den Spiegel.) Harzlich Zetulpe, — da brauchst nichts weiter. Un we…

  8. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 14

    — 14 — 2. Von Wilna nach Warschau bin ich nicht mehr als eine Stunde gefahren. Wie ist das möglich? Gefahren bin ich eine Stunde, das Uebrige bin ich gegangen. 3. Unsere Kuh gibt in einem Tage Milch mehr als ein Fass. Ein Fass gibt nämlich …

  9. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 15

    …st dein Name?" Und er sprach: „Jaakob." 17. Wo stehen in der Bibel hintereinander 11 mit einem Kaf beginnende Wörter? — Jesaja 24, 2. 18. Was sagt man öfter: ganz oder halb Hallel? Halb Hallel, da es auch in ganz Hallel enthalten ist. 19. Pesach …

  10. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 16

    …d. (Psalm 32, 9.) 25. Zijon steht in den Kinnauth. (Ziejen ziehen, Uebersiedeln ist ein Unglück für den Armen.) 26. Der Chasan weint bei Jauzer meschorathim. (Dienstbotenmisere.) 27. Krach (berach) dodi. (Bei einer pöbelhaften Aeusserungoder Tat.…

  11. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 17

    — 17 — Rabbinertracht). Ich gehe hin, mit dem Roscho (Judenfeind) den ♦Wikkuach (Disput) halten." Kaum war der Schammasch fortgegangen, als er schon, von einer jauchzenden Menge begleitet, im Triumph heimkehrte. Und er erzählte: „Mir liest …

  12. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 18

    — 18 — Zur jüdischen Kulturgeschichte im österreichischen Vormärz. Von Dr. Grunwald. Bei einem Vortrage über diesen Gegenstand am 19. März d. J. wurden die folgenden Urkunden aus dem Besitze des Wiener Jüdischen Museums vorgeführt. 1. Lehrr…

  13. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 19

    — 19 — lande ist in jedem besonderen Falle die Bewilligung einzuholen. Sie haben die Zensur zu passieren. 6. Es erstreckt sich die Toleranz nicht auf ein Kind, das sich verehelicht. Ist der Schwiegersohn ein inländischer Jude, so hat er, we…

  14. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 20

    — 20 — unterschreibt, und dem „Toleranz-Juden David Simon, sonsten Pinkus Marcus genannt", der folgende Pachtvertrag geschlossen, der für die Beleuchtung der Figur des „Randars" (Arrendators) sehr willkommen ist. 1. Es vermietet praetit. Fr…

  15. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 21

    — 21 — f) Dann bekommt er noch auf dem herrschaftlichen Felde, wo die andern herrschaftlichen Deputatisten solche haben werden, zwey Bethe zu Krauth und zwey Bethe zu Erdäpfeln, welche er aber sich selbst mit eigenen Pflanzen und Samen bese…

  16. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 22

    — 22 — Pinkus Markus, den Vater seiner Frau Theresia, seit längerer Zeit ernährt habe. Am 25. Februar bewirbt sich David Simon zu Chrodisch verlebten (tolerierten) Juden Pinkus Markus.'4 Er tollerierten Judenfamilien zu Bludowitz auf den Pl…

  17. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 23

    — 23 — Abraham Politzer in Brünn seine Zuflucht (12. Februar 1783). 4. Die Annahme deutscher Namen. (13. Juli 1787.) Vom 1. Januar 1788 an hat jeder Hausvater für seine Familie, der Vormund für seine Waisen und eine jede ledige, weder in de…

  18. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 24

    — 24 — Aufenthaltes zu beiragen. Dementsprechend erhalten sie Passierungs-Polleten, die beim Verlassen Wiens an den Linien abzugeben sind. Sie dürfen alte und neue Waren, auch Kleidungsstücke, einkaufen, doch ausser den Marktzeiten nichts v…

  19. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 25

    — 25 — für Unseren höchsten Dienst tragende Beeyierung an Tag zu legen sich bestrebet hätten, auch diese ihre devoteste Gesinnung noch ferners darzuthun verhofften; Uns allerunterthänigst bittend, Wir gerühmten Ihnen als jetzt regierende Ka…

  20. 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 26

    - 26 - und Bewilligung von unserer dahiesigeii N. Oe. Repräsentation und Cammer allenfalls unter denen Christen eine Wohnung zu nehmen, desgleichen ohngehindert Männiglichen die Jüdische Ceremonien und mosaisches Qesätz sowohl im Leben, als…