Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- 2 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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— 10 — Charbona (schüttelt sich und läuft fort, im Abgehen vor sich) Au weh! bei mir kommt das Dekret — Umstäsgesogt — schon zu spät! Recka (weint): Itz läft er fott un losst mich sitzen, Gleich möcht ich ihn do aufschlitzen. Was is ihn ober kosche (hier: nicht recht), Den Bösewicht, den Rosche (Bösewicht)! Er losst mich zapple allän, Was ligt ihn denn daran? Ich darf mich wie a Hund abreissen! Ober watt! ich will'n schon Tarbis (Anstand) weisen. Ich will'n weisen, was zu weisen is —. Ich setz mich doher gewiss Un tuw in Jogaun weanoche (Kummer und Seufzer) mein Zeit ver [brenge? Un sieh zu, wie andere Weiber spazieren genge? Sparr mich wie an Ansittler allfott ein? Nän, ich will kan sotter Narr mehr sein. Lehachis (zum Trotz) los ich'n alles liegen, alles stehn Un tuw a bissle spielen gehn. Z e t u 1 p e : Liebe Mutter! Tun sie sich nit so betrüben. S i d d i (kommt) : Madam Recka käft sie kän schöne Grieben? Recka: O wie! Das senn' Haureg'lech (hier: schauerlich)! Die senn klän Do is jo gar nix dran! Siddi: Was fallt ihr ein? Das senn' klan? (Sie hält eine in die Höhe.) Recka: Nu, was kost denn so äne? Siddi: Die Madam Memuchante do derneben Hot mir wellen, so soll ich leben, a Batzen geben. . . Ich hob ihr kane gelossen drum. Ober heint is Donnerstik, ich will machen, dass ich häm kumm, Ihr loss ich äne um an Groschen. Chor von Kindern: Jo! Jo! Memme-leben! Käf uns von der Siddi Griben!