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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · 2 (1913) · p. Seite 16

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
2 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 16 (sequence 18)
Language
German
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— 16 — 9. Schema Jisroel Jäniesko. Die Weiber von L . . . s iahten zu Markte, während die Männer zu Hause „lernen". Wenn der hochbeladene Leiterwagen einem Graben zu nahe kommt oder an einen Steinhaufen anfährt, schreien die Armen zuerst Schema Jisroel und dann auf den Fuhrmann „Jäniesko". 10. In Schema Kaulenu einsetzen. (Bei Gelegenheit heimzahlen.) 11. Wenn 3 Tage Rausch chaudesch ist (ad calendas graecas). 12. Ein Maudim-Bucker. (Ein Scheinheiliger.) 13. Baui challo, baui challo. (Mit dem einen halten, mit dem andern sichs nicht verderben.) 14. Ohne Hauzooh keine Hachnoso. 15. uwirnono nalej (nalej polnisch giess ein!). (Parodie aus den Schabbat-Semiroth auf die Chassidim.) ' 16. Den Hakkaul jauducho wegnehmen, (lieber das öffentliche Urteil sich hinwegsetzen.) 17. Birchothau thaaleh lerausch masz bir? (Hast du Bier?) 18. Zaddik kä bir. (Für den Zaddik kein Bier.) [Ebenfalls Verspottung des Chossids.] 19. Weh Zidkothecho. (Uebertriebenheit ist von Uebel.) 20. Einer las: Schaute we gam (statt: wegas) ruach. 21. Lulow-schütteln. (Einen Pflichtbesuch absolvieren.) 22. Wo er Berochoh macht, ist eine Keloloh. 23. Wenn die Lewono (Mond) steht, soll man sie mechaddesch sein. (Die Gelegenheit festhalten.) 24. Warum heisst es hier doppelt me e r d adomo? fragt einer seinen Tempelnachbarn. Ja, blinzelt dieser, es heisst auch: AI tehi kessuss kef e r d. (Psalm 32, 9.) 25. Zijon steht in den Kinnauth. (Ziejen ziehen, Uebersiedeln ist ein Unglück für den Armen.) 26. Der Chasan weint bei Jauzer meschorathim. (Dienstbotenmisere.) 27. Krach (berach) dodi. (Bei einer pöbelhaften Aeusserungoder Tat.) 28. Hoauches bejad ist eine grosse Tefillo. (Beati possidentes!) 29. Aumrim kodausch weaunim boruch. (Streitende.) 30. Er kommt zum Ausspeiben (zum Schluss, das leidige frühere Spucken bei Olenu). 31. Mi jischofel umi urem (arm). (Der Arme wird gedemütigt.) 32. Hen jaawir sodaun limschuggo. (Die Welt hält Euch für meschuggo. Ihr seid nicht meschuggo, Ihr seid bitter schlecht.) 33. Ein Bischof fordert den Ortsrabbiner zu einer Disputation auf. Der schüchterne Gelehrte macht alle möglichen Einwendungen. Nun drängt auch die Behörde und droht mit Ausweisung. Da kommt zu dem schier Verzweifelten der Leib-Schammasch und spricht: „Rebbe, borgt mir Euern Spodek und Euer Streimel (die

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